Kolosseum

Kreuzweg gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei

„Ich hatte nicht mit einer solchen Anfrage gerechnet; zunächst war mit das sehr unbehaglich“, sagte Schwester Eugenia Bonetti im Interview mit Radio Vatikan. Der Hintergrund: Papst Franziskus hatte die Ordensfrau gebeten, die Texte der in alle Welt übertragenen „Via Crucis“ – des traditionellen Karfreitags-Kreuzweges in Rom zu verfassen. Die geborene Norditalienerin hat bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als Missionarin in Kenia gelebt und leitet seit 2012 den Verband „Slaves no More“ („Nie wieder Sklaven“), der gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel kämpft.

„Aber dann ist mir allmählich klargeworden, dass das eigentlich eine große Chance wäre – nicht für mich, sondern für all die Menschen, die wir im Lauf der Jahre kennengelernt haben, denen wir beistehen konnten und deren Kreuzweg, deren Leiden wir gesehen haben. Ihre Geschichten, ihr Schmerz… . Das alles hat mir geholfen, zu sagen: Das ist die Gelegenheit, auf dieses Problem hinzuweisen und viele Menschen verstehen zu lassen, wie viel Leid wir verursacht haben und immer noch verursachen durch unsere Gleichgültigkeit.“

Schwester Eugenia wirft vor allem vielen ihrer Landsleute vor, hinter dem Migrations-Phänomen „die Menschen nicht mehr“ zu sehen. Und dabei zeigt sie anklagend nicht nur auf Politiker. Weiterlesen

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