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Author Archives: Redaktionsteam

Wirtschaft versus Menschenrechte

In einem Gastkommentar der heutigen Ausgabe des Standard kritisieren der Universitätsprofessor für Strafrecht und Rechtsanwalt Richard Soyer gemeinsam mit dem Rechtsanwaltsanwärter Nihad Amara die Säumigkeit der österreichischen Regierung, Menschenrechte und Umweltschutz entlang der Lieferketten heimischer Unternehmen abzusichern. So würde das Strafrecht ihrer Auffassung nach eine reiche Quelle an Reformen bieten, die bisher noch nicht ausgeschöpft wurde.

Mehr dazu im Artikel → Wirtschaft+Menschenrechte

RE: Sex aus Armut – auf ARTE

Zwangsprostitution in Europa – ARTE Doku

Der Traum von einem guten Leben in Deutschland führt viele rumänische Frauen aus der Armut direkt in die Zwangsprostitution. Die kriminellen Schleuser bleiben meist unbehelligt. Denn in Deutschland gilt Prostitution als freiwillige Dienstleistung. Doch 90 Prozent der Frauen werden zum käuflichen Sex gezwungen.
Die Ware Mensch ist günstig für die organisierte Kriminalität. Anders als Drogen oder Waffen kostet sie fast nichts. Und man kann sie nicht nur einmal verkaufen, sondern immer wieder, Tag für Tag.
Junge Frauen versuchen der Armut in ihren Heimatländern zu entkommen und landen in deutschen bzw. europäischen Bordellen. Die meisten stammen aus Rumänien oder Bulgarien. Menschenhändler nutzen die Armut und Perspektivenlosigkeit indem sie Mädchen, Frauen und Männeren gut bezahlte Jobs versprechen. Die Realität führt die meisten aber in die Sklaverei, aus der es nur mehr schwer ist, zu entrinnen. Manche verkaufen sich schon für den Gegenwert einer Packung Zigaretten. Erleichtert wird diese Zwangsprostitution durch eine Gesetzgebung, die Prostitution legalisiert und als Dienstleistung definiert, „freiwillig“ angeboten. Wieviele Frauen gezwungen werden, bleibt dabei im Dunkeln.
Dabei wird auch die NGO „Amalie“ vorgestellt, eine Mannheimer Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution, die betroffenen Frauen beim Ausstieg unter die Arme greift. „Amalie“ vermittelt einen Job und eine Wohnung , damit sich die Betroffenen eine neue Existenz aufbauen können.
Doch Angesichts der weiterhin prekären Situation in den Herkunftsländern bleibt dies weniger als der Tropfen auf dem heißen Stein. Hier wäre vielmehr die EU gefragt, um mit einer Art „Marshall-Plan“ die Bildung und die Wirtschaft in den Ländern zu verbessern und an mitteleuropäisches Niveau heranzuführen. Solange jedoch die Armenhäuser Europas bestehen, wird und kann sich an der beschämemden und traurigen Situation nichts wesentlich verändern.
 
Die Doku ist auf ARTE noch bis 3.4.2021 verfügbar.
 

Saurer Spargel

Eine Erntehelferin wehrt sich gegen die „Normalität“.

Das die Situation und die Erwerbsumstände prekär sind, wissen jene, die es wissen wollen, schon seit geraumer Zeit. Alle anderen wurden dieser Tage erneut durch einen Bericht in den Medien auf die teilweise katastrophalen Zustände aufmerksam gemacht.

Eine Rumänin hatte mit Hilfe der Kampagne „Sezonieri“ die Öffentlichkeit via sozialer Medien aufmerksam gemacht. Die von der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge unterstützte Kampagne macht seit 2014 auch in Österreich auf die Arbeitsbedingungen von mehrheitlich migrantischen Erntearbeitern aufmerksam. Sezonieri-Aktivistinnen hatten die Fotos dann via sozialer Medien verbreitet. Die Bilder zeigen kleine desolate Zimmer, mit Schimmel an den Wänden und Kakerlaken in den Betten. In einem Raum wurden bis zu elf Personen in Stockbetten untergebracht. Die sanitären Anlagen würden teilweise so nicht einmal in der Tierhaltung durchgehen. Pro Tag wurde jeden „Insassen“ vier Euro für die „Unterkunft“ abgenommen. Continue Reading