Kindersklaven

England: Mehr als 1200 Kinder Opfer moderner Sklaverei – jährlich

Das vielleicht idyllische Bild darf über die heutige Realität gefährdeter Kinder in Europa nicht hinwegtäuschen. Es gibt vielleicht mehr Kinder ohne Zukunft in Europa, als man gemeinhin denkt.

Millionen Kinder in England müssen, einem neuen Bericht zufolge, in unzumutbaren Verhältnissen aufwachsen. Ihre Zukunftsaussichten sind, gelinde gesagt, trist bis nicht vorhanden. Etwa 580.000 Mädchen und Buben sind sogar so stark gefährdet, dass der Staat einschreiten und helfen musste, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Kinderbeauftragten Anne Longfield hervorging. Sie meinte, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Die Expertin geht von einer weit höheren Dunkelziffer aus. Allein dass etwa 46.000 im Alter zwischen 10 – 18 Jahren in irgendwelchen Banden organisiert und 55.000 der Schule fernbleiben, bzw. 160.000 davon überhaupt ausgeschlossen sind, ist mehr als Besorgnis errregend.

Insgesamt sollen etwa 805.000 Mädchen und Buben im Alter von fünf bis 17 Jahren laut Longfield in England unter psychischen Störungen leiden. Viele davon hätten drogen- oder alkoholabhängige Eltern, die selbst mit ihrem eigenen Leben nur schwer zurechtkommen. Das bedingt, dass etwa 120.000 als obdachlos gelten und in keinen dauerhaften Unterkünften leben.

Erschreckend, was aus dem Bericht weiter hervorgeht. So sollen 1.200 Kinder in England jedes Jahr als Opfer der modernen Sklaverei identifiziert werden . 119.000 Mädchen und Buben seien obdachlos oder lebten in unsicheren Unterkünften. Kinderbeauftragte: Der Report fasste offizielle Angaben von Behörden in England zusammen. Die Kinderbeauftragte sprach von „schockierenden“ Ergebnissen.

Der Staatssekretär für Kinder und Familien, Robert Goodwill, meinte hingegen lapidar, die Zahlen seien seit 2010 relativ konstant geblieben.

Man fühlt sich nach diesen Zeilen unwillkürlich stark an die Geschichten von Charles Dickens, etwa jener von Oliver Twist, erinnert. Nur das die obigen Fakten aufzeigen, dass die heutige Realität vielleicht noch weit ungemütlicher sein könnte – zumindest scheint sich in England nicht viel verändert zu haben. Vielleicht eine Warnung, die Situation auch in anderen europäischen Ländern genauer anzusehen und negativen Entwicklungen rechtzeitig entgegen zu arbeiten.

Quelle: APA, 4.7.2017, The Guardian

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Wien Stuwerviertel: Der Kinderstrich ist zurück.

Der Spielplatz in der Wiener Venediger Au, nahe dem Praterstern. Kinder spielen, lärmen und haben ihren Spass. Sie lassen hier die letzten Tage vor dem Schulschluss ausklingen, bevor die Ferien beginnen.
Ein zierliches Mädchen beobachtet vom Zaun aus das Gedränge um Rutschen. Schaukeln und Klettergerüst. Sie trägt einen kurzen Blümclrenrock und dazu Glitzerballerinas, das Haar ist zu Zäpfen geflochten. Vielleicht würde sie selbst gerne hier mitmachen, doch Zsofia, so ihr Name, ist nicht zum Spielen hergekommen. Sie wartet darauf, dass ein Auto vorfährt und ein Freier sie abholt. Zsofia ist minderjährig und wird  auf den Strich geschickt – sowie rund 20 weitere Mädchen und Burschen, soweit die Polizei festgestellt hat. Sie kommen  großteils aus Ungarn und halten sich vornehmlich rund um die Spielplätze auf.

Das Stuwerviertel ist seit über hundert Jahren als Rotlichtmeile bekannt. Trotz des Straßenstrichverbots seit 2011 konnte die Prostitution aus der Gegend bisher nicht wirklich verbannt werden. Und auch die Kinderprostitution ist hier leider ein immer wieder aufkeimendes Problem. Erst im vergangenen Herbst hat das Bundeskriminalamt (BKA) einen ungarischen Menschenlrändlerring ausgehoben. 23 Mädchen und fünf Burschen. die zur Prostitution gedrängt wurden, konnten befreit werden. Es war eine kurze Ruhepause, doch nun in der Warmen Jahreszeit geht das Geschäft wieder los.

Angelockt durch falsche Versprechungen, gepaart mit geringer Bildung und niedrigster sozialer Stellung sind es meist junge ungarische Roma, manche nicht älter als zwölf Jahre, die so zu Opfern des Menschenhandels werden.

Die „Dienstleistung“ der Kinder liegt dan zwischen 5 – 20 Euro (!!!), womit sich bestätigt, zu welch unglaublich niedrigem Preis heute moderne Sklaven verfügbar sind. Viele der so Augebeuteten können nur ungarisch. Zur Verständigung haben sie einen Zettel dabei, auf dem eine Art Preisliste zu finden ist, berichtete Oberst Tatzgern vom BKA.

Die Konsumenten der Ware meist in teuren Autos und Anzügen, nicht selten noch einen Kindersitz auf der Rückbank. Die Bereitstellung der Ware bestens organisiert, denn diese verschwindet im Getümmel der Umgebung, sobald der Anschein einer Polizeikontrolle oder -streife sich über Späher verbreitet.

Der ganze Artikel aus der „Presse am Sonntag“ vom 25.6. 2017 mit weitern erschütternden Einzelheiten von Anna Thalhammer findet sich hier.

 

 

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Region Tschad-See: Kindersklaven – und dann?

Seit Jahresbeginn haben bereits 27 Kinder in der Region um den Tschad-See in Afrika Selbstmordattentate durchgeführt. Kinder mit Sprenggürteln, von der Islamistensekte Boko Haram in den Tod geschickt, berichten Vertreter von UNICEF.

Etwa 600 Kinder befinden sich derzeit in der Gewalt von Boko Haram – die Mehrzahl sind Mädchen. „Die Medien sprechen ja oft von Kindersoldaten“, erklärt uns Patrick Rose, UNICEF-Verantwortlicher für Mittel- und Westafrika. „Aber in unserem Bereich vermeiden wir diesen Begriff. Denn er trifft überhaupt nicht die Lage dieser Kinder, die wirklich sehr viel komplizierter ist. Oft sind diese Kinder eher eine Art Sklaven: Sie holen Wasser, sie sammeln Feuerholz, sie übernehmen Aufgaben im Haushalt. Das sind also häufig Rollen, die viel weniger verantwortlich – in Anführungszeichen! – sind als die eines Kindersoldaten oder Kämpfers. Eine Mehrzahl der Mädchen wird sexuell missbraucht und dazu gezwungen, die Kinder von Boko-Haram-Kämpfern auszutragen. Geboren werden diese Kinder natürlich in der Regel irgendwo im Wald, ohne ärztliche Hilfe in der Nähe.“ Weiterlesen

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