Allgemein

1 2 3 16

Menschenhandel mit Flüchtlingen

Der nachfolgende Bericht von CNN zeigt die realen Zustände in Lybien. Es als Hölle zu bezeichnen klingt fast schon als Hohn. Fassungslos muss/kann man mitansehen, wie schon lange überwundene Szenen des Menschenverkaufs  heute stattfinden.

Obwohl die Vermutung schon seit Jahren besteht und auch fallweise ihre Bestätigung fand, dauerte es bis jetzt, dass eine breitere Öffentlichkeit auf diesen unerträglichen Missstand aufmerksam wurde. Bereits im April hatte die Internationale Organisation für Migration (IOM) von Sklavenmärkten im Süden des Landes in Sabha berichtet, wo vor allem Migranten aus Gambia, Nigeria und Ghana von bewaffneten Gruppen ausgebeutet, festgehalten und zum Teil zum Preis von 200 bis 450 Euro weiterverkauft würden. Die IOM schätzt, dass sich derzeit zwischen 700.000 und einer Million Migranten in Libyen vor allem aus subsaharischen Ländern, aber auch aus Nordafrika aufhalten. Viele von ihnen kamen eigentlich nach Libyen, um im nordafrikanischen Ölstaat zu arbeiten. Nun wollen sie wegen den chaotischen Zuständen wieder zurück in die Heimat, so berichten auch andere Hilfsorganisationen. Doch würden sie festgenommen, um die Verwandten zu erpressen. Oder aber eben, um auf einer Auktion versteigert zu werden.

Quelle: IOM, APA 19.11.2017

Share Button

Unser Wohlstand fußt auf unbezahlter Arbeit

Wer sich schon länger Gedanken über das Ungleichgewicht des Wohlstandes und damit der Verteilung der Güter auf dieser Welt beschäftigt hat, kam wahrscheinlich u. a. auch zu dem Schluss, dass es eine Menge an unbezahlter Arbeit gibt, die dieses System am Laufen hält. Jayati Ghosh, Professorin für Ökonomie an der Jawaharlal-Nehru-Universität in Neu-Delhi, war auf Einladung der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) in Österreich zu Gast und nahm an der Fachkonferenz „The new multipolar global order and the challenge of the SDGs“ in Wien teil.Sie ist auch Autorin und schreibt unter anderem für den „Guardian“. Brigitte Theißl von der Tageszeitung „der Standard“ führte mit ihr ein interessantes Gespräch. Darin geht es etwa darum, dass immer billigere Produkte aus den sog. Entwicklungsländern exportiert werden und so die reichen Länder reicher werden läßt. Arbeiter, Migranten und Frauen, aber auch Kinder sind schlußendlich die Verlierer. Dort wo der Umweltschutz höchstens eine Randthema ist, werden vermehrt Menschen ausgebeutet und in die moderne Sklaverei gezwungen.

Hier das ganze Interview zum Nachlesen

 

Share Button

Das Dilemma der Rückführungen

Sie lachen, doch welche Zukunft haben sie vor sich?

Ein neuer Bericht von Amnesty International legt offen, was die Menschen nach ihrer Rückkehr nach Afghanistan erwartet: Gewalt, Verfolgung und Folter. Das Land ist heute so gefährlich wie schon lange nicht. In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht fordert die NGO die europäischen Staaten und die EU dazu auf, die Abschiebungen von Afghanen zu stoppen. In Interviews mit Rückkehrern und mit internationalen Helfern vor Ort sowie mit der Analyse von Statistiken zeichnet Amnesty ein Bild der Lage: In den vergangenen beiden Jahren hat sich die Zahl der Rückführungen nach Afghanistan – sowohl Abschiebungen als auch freiwillige Rückkehr – aus Europa fast verdreifacht; von 3290 auf 9460 Personen.

Gleichzeitig zeigen Zahlen der Vereinten Nationen (UN) einen Anstieg der Gewalt in Afghanistan – zivile Opfer 11.418. Allein in den ersten acht Monaten des heurigen Jahres gab es mehr als 16.290 Zwischenfälle, u.a. auch der Bombenanschlag im Mai in Kabul. Das Attentat war Anlass, dass Deutschland kurzzeitig alle Rückschiebungen nach Afghanistan einstellte. Seit September läuft die Rückschiebung aber wieder. 457 afghanische Staatsbürger wurden im ersten Halbjahr 2017 aus Österreich weggebracht. Ob in andere EU-Staaten oder nach Kabul, wird im Innenministerium nicht erfasst. Weiterlesen

Share Button

Sklaverei: neueste Erhebungen

Die Organisationen ILO (Internationale Arbeitsorganisation), IOM (International Organization for Migration) und Walk Free Foundation haben in 48 Länder neue Daten erhoben. Demnach sind nach deren Schätzung weit mehr als 40 Millionen Menschen Opfer von verschiedensten Formen der Sklaverei – wobei die Schätzung zurückhaltend erfolgte. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weit höher, denn viele der Befragten erkennen sich selbst nicht als versklavt, und der Graubereich ist enorm.

„Ein Teil unserer Kleidung und unserer Nahrungsmittel wird von Zwangsarbeitern hergestellt, ebenso werden einige der Gebäude, in denen wir leben und arbeiten, von ihnen errichtet und gereinigt“, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Etwa 24,9 Millionen Menschen arbeiteten der Studie zufolge gegen ihren Willen in Fabriken, auf Baustellen, Farmen und Fischerbooten. Zusätzlich erfasste die Studie 15,4 Millionen Menschen, die Opfer von Menschenhandel waren oder zwangsverheiratet wurden. Demnach sind drei Viertel aller Sklaven weltweit weiblich und ein Viertel minderjährig. „Da ein großer Teil der modernen Sklaverei in Zusammenhang mit Migration steht, ist eine bessere Migrationspolitik zum Schutz von Opfern und der Verhinderung von Zwangsarbeit von fundamentaler Bedeutung“, heißt es in der Studie. Am weitesten verbreitet sei die moderne Sklaverei in Afrika sowie im Asien-Pazifik-Raum. Die ILO und die Hilfsorganisation Walk Free erhoben für die Schätzung Daten in 48 Ländern und interviewten mehr als 71.000 Menschen, dazu flossen auch Daten der IOM ein.

Quelle: APA 19.9.2017

Share Button

Menschenhandel: Frauen und Mädchen am häufigsten betroffen

Zum Internationalen Tag gegen Menschenhandel (→ 30. Juli) möchte Brot für die Welt die Aufmerksamkeit auf diese Verbrechen erhöhen

(Wien/OTS) – Das Gesamtausmaß der Verbrechen des Menschenhandels entzieht sich der Statistik – die meisten Fälle landen niemals vor Gericht, die Dunkelziffer ist enorm hoch. Fest steht, dass zum größten Teil Frauen und Mädchen Opfer von Menschenhandel werden. Aus der Analyse dokumentierter Fälle (UNODC, 2016) geht hervor, dass 71 % der Opfer weiblich sind. 

Meist werden Frauen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung gehandelt. Sie werden in sklavenähnlichen Zuständen zur Prostitution gezwungen. „Für die betroffenen Frauen ist es sehr schwierig aus den Fängen der Menschenhändler zu entkommen. Kann sich eine Frau befreien, wird sie häufig von der Gesellschaft stigmatisiert“, erläutert Aleksandra Kolodziejczyk, Projektreferentin von Brot für die Welt.

Die junge Kambodschanerin Sarorn ging durch die Hölle – heute spricht sie über ihre Erfahrung mit Menschenhandel, die sie mit vielen Frauen weltweit teilt

Heute, nachdem die junge Kambodschanerin Sarorn wieder Lebensmut gefasst hat, ihr eigenes Einkommen erwirtschaftet und sich ein neues Leben aufgebaut hat, kann sie ihre Geschichte erzählen: „Ich war 14 Jahre alt, als eine Frau mittleren Alters an die Tür unserer Hütte in der abgelegenen Provinz klopfte. Sie versprach einen gut bezahlten Job in der Hauptstadt Phnom Penh. Wir lebten in bitterer Armut. In gutem Glauben nahmen wir das Angebot mit Freude an.“ Gleich nach der Ankunft in der Hauptstadt platzten alle Träume: Sie wurde an ein Bordell verkauft, wie eine Sklavin behandelt und zur Prostitution gezwungen. Sämtliche Fluchtversuche scheiterten.

Brot für die Welt kämpft gegen Menschenhandel in Kambodscha

Gemeinsam mit der Partnerorganisation AFESIP Fair Fashion unterstützt Brot für die Welt Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Psychologische Betreuung, eine Ausbildung als Näherin und schließlich ein geregeltes Einkommen in der Nähwerkstatt gaben auch Sarorn wieder neuen Lebensmut. AFESIP Fair Fashion bietet Frauen einen sicheren und fairen Arbeitsplatz mit angemessenen Arbeitszeiten, gerechter Entlohnung, Kranken- und Unfallversicherung.

„Betroffene brauchen ein sicheres und ermächtigendes Umfeld, um wieder Selbstvertrauen aufzubauen. Natürlich gehört dazu auch die Anerkennung der Straftat durch die Justizbehörden und die Verurteilung der Täter“, betont Aleksandra Kolodziejczyk. Ebenso ist eine Stärkung des Bewusstseins in der Öffentlichkeit und innerhalb der Polizei nötig, damit die Verbrechen aufgezeigt werden und Betroffene die notwendige Unterstützung erhalten. „Die gesellschaftliche Stigmatisierung der Frauen erschwert die Rückkehr in ein normales Leben“, so Aleksandra Kolodziejczyk weiter.

Weltweite Projekte um Frauenrechte zu stärken

In Phnom Penh konnte durch das Projekt bereits vielen Frauen ein Neuanfang ermöglicht werden. Auch anderorts unterstützt Brot für die Welt Projekte, um die Rechte von Frauen zu stärken. Denn weltweit stoßen Frauen bis heute in vielen Bereichen auf Unterdrückung, Ausbeutung und Benachteiligung. Brot für die Welt unterstützt Frauen darin, ihr Leben auf lange Sicht selbst gestalten zu können: Schul- und Berufsbildung und der Schutz vor Gewalt sind dabei Grundpfeiler für ein selbstbestimmtes Leben.

Share Button

Sklaverei – heute …

Das Video zeigt die modernen Bilder der Sklaverei …

Share Button

England: Mehr als 1200 Kinder Opfer moderner Sklaverei – jährlich

Das vielleicht idyllische Bild darf über die heutige Realität gefährdeter Kinder in Europa nicht hinwegtäuschen. Es gibt vielleicht mehr Kinder ohne Zukunft in Europa, als man gemeinhin denkt.

Millionen Kinder in England müssen, einem neuen Bericht zufolge, in unzumutbaren Verhältnissen aufwachsen. Ihre Zukunftsaussichten sind, gelinde gesagt, trist bis nicht vorhanden. Etwa 580.000 Mädchen und Buben sind sogar so stark gefährdet, dass der Staat einschreiten und helfen musste, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Kinderbeauftragten Anne Longfield hervorging. Sie meinte, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Die Expertin geht von einer weit höheren Dunkelziffer aus. Allein dass etwa 46.000 im Alter zwischen 10 – 18 Jahren in irgendwelchen Banden organisiert und 55.000 der Schule fernbleiben, bzw. 160.000 davon überhaupt ausgeschlossen sind, ist mehr als Besorgnis errregend.

Insgesamt sollen etwa 805.000 Mädchen und Buben im Alter von fünf bis 17 Jahren laut Longfield in England unter psychischen Störungen leiden. Viele davon hätten drogen- oder alkoholabhängige Eltern, die selbst mit ihrem eigenen Leben nur schwer zurechtkommen. Das bedingt, dass etwa 120.000 als obdachlos gelten und in keinen dauerhaften Unterkünften leben.

Erschreckend, was aus dem Bericht weiter hervorgeht. So sollen 1.200 Kinder in England jedes Jahr als Opfer der modernen Sklaverei identifiziert werden . 119.000 Mädchen und Buben seien obdachlos oder lebten in unsicheren Unterkünften. Kinderbeauftragte: Der Report fasste offizielle Angaben von Behörden in England zusammen. Die Kinderbeauftragte sprach von „schockierenden“ Ergebnissen.

Der Staatssekretär für Kinder und Familien, Robert Goodwill, meinte hingegen lapidar, die Zahlen seien seit 2010 relativ konstant geblieben.

Man fühlt sich nach diesen Zeilen unwillkürlich stark an die Geschichten von Charles Dickens, etwa jener von Oliver Twist, erinnert. Nur das die obigen Fakten aufzeigen, dass die heutige Realität vielleicht noch weit ungemütlicher sein könnte – zumindest scheint sich in England nicht viel verändert zu haben. Vielleicht eine Warnung, die Situation auch in anderen europäischen Ländern genauer anzusehen und negativen Entwicklungen rechtzeitig entgegen zu arbeiten.

Quelle: APA, 4.7.2017, The Guardian

Share Button
1 2 3 16
Auf dem Laufenden bleiben ...
Veranstaltungen

Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

Archiv