Indonesien – Nach der Katastrophe in die Katastrophe …

Nach dem verheerenden Tsunami in Indonesien droht den Kindern auf Sulawesi eine weitere Gefahr: Die SOS-Kinderdörfer weltweit warnen vor Menschenhändlern. „Fälle von Kinderhandel gibt es in Indonesien täglich. Das aktuelle Chaos auf Sulawesi macht es aber den Entführern besonders leicht“, sagt Gregor Nitihardjo, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Indonesien. Nach Schätzungen der Organisation werden in Indonesien jährlich 100.000 Kinder Opfer von Kinderhandel. Die meisten von ihnen werden zur Prostitution gezwungen, andere als Arbeitssklaven in der Landwirtschaft und in Fabriken eingesetzt.

Das Erdbeben mit nachfolgendem Tsunami hat etwa 70.000 Menschen auf Sulawesi obdachlos gemacht, darunter mindestens 20.000 Kinder. „In den überfüllten Nothilfecamps sind die Kinder gemeinsam mit Erwachsenen untergebracht. Es mangelt an Wasser, Nahrung, ausreichenden Zelten und vor allem an Schutz und Sicherheit“, sagt Nitihardjo. Gerade die unbegleiteten Kinder seien gefährdet, Kinderhändlern in die Hände zu fallen. Die Hilfsorganisation geht davon aus, dass etwa 5.000 Jungen und Mädchen aktuell unbegleitet sind, da ihre Eltern bei der Katastrophe ums Leben gekommen sind oder von ihnen getrennt wurden. Weiterlesen

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Kinder aus Bulgarien

Große Armut, keine Ausbildung, keine Perspektiven und dazu noch kaum Kontrollen: In Bulgarien haben Menschenhändler leichtes Spiel. Tausende Jugendliche leben auf der Straße, Familien bieten ihre Kinder zum Kauf an, umd über die Runden zu kommen.

„Möchten Sie unsere Jungs kennenlernen? Jede Woche bieten wir etwas Neues an!“ Was genau unter „neu“ zu verstehen war, das ging aus der Internet-Werbung für „tolle Partys“ in der bulgarischen Hauptstadt Sofia nicht hervor. Nur die Eingeweihten wussten, dass es sich um sog. „frisches Fleisch“ handelte, um neue Mädchen und Jungen – Kinder. Es waren Kinderhändler, die sich hinter dieser Webseite versteckten, die kleine Buben wie Ware behandelten. Die Bande, die das Geschäft mit den Kindern organisiert hat, ist heute zwar hinter Gittern. Der Kinderhandel, mit all seine Abartigkeiten, aber ist längst nicht besiegt.

Inge Bell, eine deutsche Menschenrechtsaktivistin und jeweils zweite Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes und der bayrischen Vertretung der Hilfsorganisation Solwodi 1, führt seit Jahren Recherchen dazu. Anlässlich des Weltmädchentages teilte sie nachfolgendes Video auf Facebook und stellte es uns freundlicherweise zur Verfügung.

 

 

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18. Oktober: EU-Tag gegen Menschenhandel

Der Weg in die moderne Sklaverei

In der Europäischen Union sollen etwa 900.000 Personen von moderner Zwangsarbeit betroffen sein. Diese Zahl erscheint angesichts der Einwohnerzahl von Europa (512,6 Millionen) eher geringfügig, ist aber dennoch nicht zu akzeptieren, denn jeder davon betroffene Mensch ist einer zu viel! Zwangsprostitution und Zwangsheirat scheinen die meist verbreitetsten Ausformungen, doch ist die Arbeitsausbeutung in vielen Bereichen und Branchen eine zunehmende Form modernen Menschenhandels und Sklaverei. Besonders die Landwirtschaft, die Gastronomie und das Hotelgewerbe zählen dazu, aber auch die Fleisch verarbeitende Industrie und das Bau – und Bau-Nebengewerbe. Aber auch in privaten Haushalten oder in der häuslichen Pflege kommt es gehäuft zu Zwangs- und Ausbeutungssituationen. Weiterlesen

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Digitalisierung: Clickworker

Viel wird derzeit von „Digitalisierung“ der Arbeitswelt gesprochen und wie wichtig dies für die Zukunft ist. Doch was ist es wirklich, was hier auf die Arbeitnehmer zukommt? Einige Beispiele für diese neue Arbeitswelt gibt es schon heute, doch die Wahrheit dahinter sind oft prekäre Arbeitsverhältnisse und Formen, die teilweise moderne Sklaverei sind. Insbesondere dort wo es sich um sog. „zero-hours contracts” handelt, ist die Gefahr groß, in Abhängigkeiten zu geraten, die keinen Ausweg aus der Armut zulassen. Zur Erklärung: Ein Null-Stunden-Vertrag (englisch zero-hours contract) ist ein Vertrag, bei dem die Parteien vereinbaren, dass die eine Partei Dienste für die andere Partei erbringt und dafür eine Vergütung erhält. Die Besonderheit besteht darin, dass vertraglich eine Mindestbeschäftigungszeit von null Stunden festgelegt wird. Der Dienstverpflichtete soll nur dann tätig werden, wenn der Dienstberechtigte einen entsprechenden Bedarf an der Dienstleistung hat.1

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Folgenschwerer Unfall …

Zwölf Menschen sind bei einem Zusammenstoß eines Lastwagens mit einem Transporter in der süditalienischen Provinz Foggia ums Leben gekommen. Alle Opfer sind ausländische dunkelfarbige Feldarbeiter, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa nach dem Unfall am Montagnachmittag unter Berufung auf die Polizei berichtete. Die Migranten seien in dem Transporter von Feldern zurückgekehrt, auf denen sie Tomaten gepflückt hatten. Die zwei übrigen Insassen des Transporters und der Fahrer des Lastwagens wurden verletzt. Sie waren laut Ansa nicht in Lebensgefahr.

Das Thema der Migrantenausbeutung in der Landwirtschaft sorgt in Italien nach dem Tod von 16 afrikanischen Saisonarbeitern im süditalienischen Apulien für heftige Diskussionen.

Tausende afrikanische Saisonarbeiter werden schwarz auf den Gemüsefeldern in Süditalien eingesetzt. Sie arbeiten für einen Hungerlohn von 30 Euro pro Tag, berichteten die italienischen Medien. Auch für die Transportkosten von den Barackensiedlungen, in denen sie leben, bis zu den Feldern müssen sie selbst aufkommen. In einem Kleinbus eingepfercht waren eben am Montag die 12 afrikanischen Migranten nahe Foggia verunglückt. Das Fahrzeug war gegen einen Bus geprallt.

Zu einem ähnlichen Unfall war es am Samstag unweit von Foggia gekommen. Dabei waren vier Saisonarbeiter ums Leben gekommen. Gewerkschaften und Vereinigungen zur Unterstützung der Arbeiter verlangen seit Jahren ein System öffentlicher Verkehrsmittel in der Haupterntesaison und mehr Rechte für die modernen Sklaven. EIn Unfall, der vielleicht weitere Folgen nach ziehen könnte und einmal mehr den öffentlichen Focus auf das weitverbreietete Sklavenhaltersystem in Südeuropa richtet.

Quelle: Der Standard, FAZ

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