Prostitution = Menschenhandel – … oder doch nicht?

Annäherung an eine Grauzone

Grauzone – das beschreibt einen Bereich, bei dem nicht ganz klar ist, wo die Grenzen wirklich sind. Es erinnert an einen starken Nebel, wo die Konturen verschwinden und Hindernisse oder auch andere Personen plötzlich und „wie aus dem Nichts“ auftauchen und wieder verschwinden. So eine Grauzone ist auch im Bereich zwischen Menschenhandel, moderner Sklaverei und Prostitution zu finden. Die Grenzen sind nicht klar zu erkennen, eine Gleichsetzung deshalb nicht immer richtig.

Der unten angefügte Artikel „Keine Gleichsetzung von Menschenhandel und Prostitution“ versucht sich dieser komplexen Materie anzunähern und zeigt die verschiedenen Standpunkte und Realitäten auf. Denn es gibt einerseits Menschen, die verschleppt, verkauft oder mit falschen Versprechungen usw. unfreiwillig in die Prostitution gezwungen und dort ausgebeutet werden. Manche werden wie Sklaven be- bzw. gehandelt. Wobei zu beachten ist, dass lt. Definition Sklaven „aus eigenen Stücken nicht ihren Wohn- und Arbeitsplatz verlassen können“. Aber genau dies trifft speziell bei der Prostitution nicht immer zu, denn die Abhängigkeiten sind vielfältig und oft nicht einfach zu entwirren. Weshalb man mit einfacher Schwarz-Weiß-Sicht bald an Grenzen stößt, etwa wenn andere Frauen und Männer freiwillig als Sexarbeiter ihren Lebensweg wählen. Es ist eben ein nicht klar ersichtliches komplexes Spannungsfeld, wo manche tradierte Vorstellungen auf den Kopf gestellt werden. Aber lesen Sie selbst und machen Sie sich Ihr Bild:

Keine Gleichsetzung von Menschenhandel und Prostitution

Share Button

Vatikan veröffentlicht Orientierungshilfe zum Kampf gegen Menschenhandel

Das neue Vatikan-Dokument „Pastorale Orientierungen zum Menschen- handel“ ist nun auch auf Deutsch verfügbar. Außer umfangreichen Infor-mationen über Ausmaß und Ursachen des Menschenhandels enthält es auch konkrete Anregungen, wie sich Pfarreien und Einzelne dagegen engagieren und den Opfern helfen können.

Die katholische Kirche fordert einen stärkeren Einsatz gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und andere Formen von Ausbeutung und Sklaverei in aller Welt. Menschenhandel sei ein „verabscheuungswürdiges Übel und eine offene Wunde am Körper der heutigen Gesellschaft“, zitiert eine neue Vatikan-Orientierungshilfe, die am Donnerstag von der Deutschen Bischofskonferenz auf Deutsch veröffentlicht wurde, eine Aussage von Papst Franziskus zu dem Thema. Weiterlesen

Share Button

Kinder ohne Kindheit – Info zum Welttag gegen Kinderarbeit

Was ist Kinderarbeit?

Zu unterscheiden ist zwischen normalen Aufgaben, zum Beispiel im Haushalt oder in der Landwirtschaft, und echter Ausbeutung von Kindern. Für legale Beschäftigung ist in den meisten Staaten per Gesetz ein Mindestalter zwischen 14 und 16 Jahren festgelegt. Mit schädlicher Kinderarbeit sind Arbeiten gemeint, die gefährlich oder ausbeuterisch sind, die die körperliche oder seelische Entwicklung schädigen oder die Kinder vom Schulbesuch abhalten.

Welche Formen von Kinderarbeit fallen unter diesen Begriff?

Zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit zählen die Vereinten Nationen (ILO-Konvention Nr. 182 von 1999) Sklaverei und sklavenähnliche Abhängigkeiten, Zwangsarbeit einschließlich des Einsatzes als Kindersoldaten, Kinderprostitution und Kinderpornographie, kriminelle Tätigkeiten wie den Missbrauch von Kindern als Drogenkuriere sowie andere Formen der Arbeit, die die Sicherheit und Gesundheit der Kinder gefährden können. Fast alle Staaten der Welt haben sich auf das Ziel geeinigt, jegliche Form der Kinderarbeit bis 2025 vollständig abzuschaffen. Leider sind wir in manchen Bereichen davon noch weit entfernt. Weiterlesen

Share Button

Vatikan: Intern. Konferenz gegen Menschenhandel

Vom Montag den 8. bis Donnerstag den 11. April 2019 fand im Vatikan eine internationale Tagung gegen den Menschenhandel und moderne Sklaverei statt. Dabei rief Papst Franziskus dazu auf, das Übel des Menschenhandels durch immer gezieltere Zusammenarbeit der weltlichen und religiösen Institutionen zu bekämpfen. In seinen Überlegungen ging Franziskus von den von Johannes überlieferten Worten Jesu aus, in denen, so der Papst, „die Mission Jesu Christi zusammengefasst ist“: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10,10).

„Die derzeitige Welt ist leider auf traurige Weise durch Situationen charakterisiert, die die Erfüllung dieser Mission behindern“, betonte der Papst. Bei ihrem Treffen haben die Teilnehmer an der Konferenz unter anderem über die Umsetzung der pastoralen Richtlinien zum Menschenhandel beraten, die von der Sektion Migranten und Flüchtlinge des vatikanischen Dikasteriums für ganzheitliche menschliche Entwicklung im Januar 2019 herausgegeben worden waren. In diesen werde festgestellt, dass in der heutigen Zeit Individualismus und Egozentrismus zunehmen, was zur Folge habe, dass Menschen nur mehr rein nach ihrem Nutzen bewertet würden. Weiterlesen

Share Button

Kreuzweg gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei

„Ich hatte nicht mit einer solchen Anfrage gerechnet; zunächst war mit das sehr unbehaglich“, sagte Schwester Eugenia Bonetti im Interview mit Radio Vatikan. Der Hintergrund: Papst Franziskus hatte die Ordensfrau gebeten, die Texte der in alle Welt übertragenen „Via Crucis“ – des traditionellen Karfreitags-Kreuzweges in Rom zu verfassen. Die geborene Norditalienerin hat bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als Missionarin in Kenia gelebt und leitet seit 2012 den Verband „Slaves no More“ („Nie wieder Sklaven“), der gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel kämpft.

„Aber dann ist mir allmählich klargeworden, dass das eigentlich eine große Chance wäre – nicht für mich, sondern für all die Menschen, die wir im Lauf der Jahre kennengelernt haben, denen wir beistehen konnten und deren Kreuzweg, deren Leiden wir gesehen haben. Ihre Geschichten, ihr Schmerz… . Das alles hat mir geholfen, zu sagen: Das ist die Gelegenheit, auf dieses Problem hinzuweisen und viele Menschen verstehen zu lassen, wie viel Leid wir verursacht haben und immer noch verursachen durch unsere Gleichgültigkeit.“

Schwester Eugenia wirft vor allem vielen ihrer Landsleute vor, hinter dem Migrations-Phänomen „die Menschen nicht mehr“ zu sehen. Und dabei zeigt sie anklagend nicht nur auf Politiker. Weiterlesen

Share Button
1 2 3 38

Veranstaltungen

Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

Archiv