Vatikan: Intern. Konferenz gegen Menschenhandel

Vom Montag den 8. bis Donnerstag den 11. April 2019 fand im Vatikan eine internationale Tagung gegen den Menschenhandel und moderne Sklaverei statt. Dabei rief Papst Franziskus dazu auf, das Übel des Menschenhandels durch immer gezieltere Zusammenarbeit der weltlichen und religiösen Institutionen zu bekämpfen. In seinen Überlegungen ging Franziskus von den von Johannes überlieferten Worten Jesu aus, in denen, so der Papst, „die Mission Jesu Christi zusammengefasst ist“: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10,10).

„Die derzeitige Welt ist leider auf traurige Weise durch Situationen charakterisiert, die die Erfüllung dieser Mission behindern“, betonte der Papst. Bei ihrem Treffen haben die Teilnehmer an der Konferenz unter anderem über die Umsetzung der pastoralen Richtlinien zum Menschenhandel beraten, die von der Sektion Migranten und Flüchtlinge des vatikanischen Dikasteriums für ganzheitliche menschliche Entwicklung im Januar 2019 herausgegeben worden waren. In diesen werde festgestellt, dass in der heutigen Zeit Individualismus und Egozentrismus zunehmen, was zur Folge habe, dass Menschen nur mehr rein nach ihrem Nutzen bewertet würden. Weiterlesen

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Kreuzweg gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei

„Ich hatte nicht mit einer solchen Anfrage gerechnet; zunächst war mit das sehr unbehaglich“, sagte Schwester Eugenia Bonetti im Interview mit Radio Vatikan. Der Hintergrund: Papst Franziskus hatte die Ordensfrau gebeten, die Texte der in alle Welt übertragenen „Via Crucis“ – des traditionellen Karfreitags-Kreuzweges in Rom zu verfassen. Die geborene Norditalienerin hat bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als Missionarin in Kenia gelebt und leitet seit 2012 den Verband „Slaves no More“ („Nie wieder Sklaven“), der gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel kämpft.

„Aber dann ist mir allmählich klargeworden, dass das eigentlich eine große Chance wäre – nicht für mich, sondern für all die Menschen, die wir im Lauf der Jahre kennengelernt haben, denen wir beistehen konnten und deren Kreuzweg, deren Leiden wir gesehen haben. Ihre Geschichten, ihr Schmerz… . Das alles hat mir geholfen, zu sagen: Das ist die Gelegenheit, auf dieses Problem hinzuweisen und viele Menschen verstehen zu lassen, wie viel Leid wir verursacht haben und immer noch verursachen durch unsere Gleichgültigkeit.“

Schwester Eugenia wirft vor allem vielen ihrer Landsleute vor, hinter dem Migrations-Phänomen „die Menschen nicht mehr“ zu sehen. Und dabei zeigt sie anklagend nicht nur auf Politiker. Weiterlesen

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LOVERBOY: Prävention, die nicht ermüdet …

Das Thema LOVERBOY ist noch lange nicht ausgereizt und topaktuell, wie sich in einem ausführlichen Beitrag in einer der letzten ZDF-Sendungen „Aktenzeichen XY“ zeigt.

Ganz wichtig dabei ist die Prävention und damit die Aufklärung in den Schulen und sozialen Einrichtungen, die von jungen Mädchen frequentiert werden. Den goldenen Mittelweg zu finden zwischen guter und ausreichender Info, der auch zugehört wird, und ermüdender Wiederholung ist dabei sicher nicht leicht. Besonders dort, wo junge Menschen mit allen möglichen „Werbungen“ umgarnt werden, aber selten jemand wirklich persönlich für sie Zeit hat. LOVERBOYS nehmen sich diese Zeit – und das macht sie so brandgefährlich.

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Wien: Leibeigene im Haushalt …

Eigentlich wurde die Leibeigenschaft in Österreich 1781/82 durch Josef II. aufgelöst, doch kommen solche Fälle auch heute immer wieder vor, wie ein aktueller Fall bestätigt. Denn ein in Wien tätiger Diplomat aus der Region Nahost soll mit seiner Frau zwei für den Haushalt angestellte Mädchen wie Leibeigene gehalten haben. Dieser Fall von „moderner“ Sklaverei wurde vom Außenministerium gegenüber der APA bestätigt. Die beiden Frauen mussten laut den Vorwürfen nicht nur viel mehr arbeiten als ausgemacht – nämlich rund um die Uhr. Darüber hinaus habe es auch kaum Ruhepausen gegeben, was zu körperlicher und seelischer Erschöpfung geführt haben soll. Zusätzlich seien sie permanenten „aggressiven Erniedrigungen“ ausgesetzt gewesen. Das habe eine weitere Bedienstete dann nicht mehr ausgehalten und einen Selbstmordversuch verübt.

Den Medien wurde ein anonymes dreiseitiges Schreiben mit detaillierten Beschreibungen der angeblichen Zustände in der diplomatische Residenz zugespielt. Demnach wurde den Mitarbeitern auch „jeglicher Respekt gegenüber der Privatsphäre und Integrität eines Menschen“ verweigert. Obwohl in dem Haus genügend Platz vorhanden gewesen wäre, hätten sie sich ein Bett teilen müssen. Überstunden, die sie über ein Jahr lang ansammelten, sowie die Nachtdienste seien nie bezahlt worden. Für Flugtickets, etwa um die Familie im Urlaub zu begleiten, mussten sie selbst aufkommen,der Betrag  wurde nie rückerstattet.

Jedes Jahr werden Fälle von Ausbeutung in Haushalten von Diplomaten bekannt. Dabei sprechen Experten von durchschnittlich fünf Fällen pro Jahr. „Es gibt hierzulande prinzipiell ein Bewusstsein darüber, dass es in dem Bereich Ausbeutung gibt“, sagt Evelyn Probst, Leiterin von LEFÖ. Regelmäßig finden etwa gemeinsame Info-Veranstaltungen mit Außenministerium und Bundeskriminalamt statt, wo Hausangestellte von Diplomaten über ihre Rechte aufgeklärt werden. Immer wieder komme es laut Probst vor, dass sich Betroffene nach so einer Informations-Veranstaltung an LEFÖ wenden. Um Missbrauch vorzubeugen, müssen Hausangestellte beim Ministerium angemeldet werden. Die Angestellten müssen außerdem ein Bankkonto bei einer österreichischen Bank eröffnen. Der Arbeitgeber muss die Überweisung des Gehalts mittels Kontoauszugs nachweisen. Die sogenannte „graue Legitimationskarte“, die auch zum Aufenthalt in Österreich berechtigt und ein Jahr gültig ist, muss ebenfalls persönlich abgeholt werden. Anlässlich der Verlängerung der Legitimationskarten werden die Angestellten in Hinblick auf allfällige Probleme durch Beamte interviewt. 105 solcher Karten für Hausangestellte sind derzeit laut Außenministerium ausgestellt. Davon sind etwa 75 Prozent Frauen und davon 50 Prozent aus den Philippinen. Treten Probleme auf, bestehen die häufigsten „Uneinigkeiten“ laut Ministerium über die Lohnhöhe, insbesondere in Hinsicht auf Überstunden.

Eine Doku aus dem Jahr 2017 zeigt die Verhältnisse phillipinischer Frauen auf und geht auch den Organisationen nach, die diese Frauen vermitteln.

Einmal mehr zeigt sich, dass das Grundübel die Armut und die Perspektivenlosigkeit im eigenen Land ist, die es den Menschenhändlerorganisationen erst ermöglicht so lukrative Geschäfte zu machen. Und diese Arten der modernen Sklaverei finden auch in unserem Land und in ganz Europa statt.

Quellen: APA, Der Standard, Kronen-Zeitung, ORF

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Sind Frauen immer nur arme passive Opfer ?

Diese Frage stellte Isabella Chen, Mitarbeiterin der Lefö-Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels, in einem Artikel in der Presse vom 3.3.2019. Dabei stellt sie fest, dass vielfach falsche Bilder im Kopf die grundlegenden Ursachen von Frauenhandel verdecken. Grundsätzlich bewegt sich die Debatte über Frauenhandel im Spannungsfeld zwischen Migrationspolitik, Kriminalitätsbekämpfung und der Wahrung von Menschen- und Frauenrechten sowie dem Opferschutz.
Dabei zeigt sich, dass im gesellschaftlichen Diskurs Frauenhandel immer wieder mit dem Konzept von „illegaler Migration“ vermischt wird. Meistens beginnt es in der Rhetorik mit dem Schutz von Frauen, um dann in restriktiven Migrationsmaßnahmen zu enden. Dadurch werden Maßnahmen wie beispielsweise verstärkte Kontrollen an den Grenzen gesetzt, die den Kampf gegen Frauenhandel unterstützen sollen. Das Ziel von Menschenhändlerinnen ist aber die Ausbeutung im Zielland, weshalb Betroffene an der Grenze überwiegend nicht als solche erkannt werden können. Angeblich einfache Lösungsansätze, wie restriktive Migrationspolitik oder die Regulierung von weiblicher Arbeitsmigration zum „Schutz der Frau“, sind einseitig, ignorant und bevormundend. Vielmehr noch erhöhen repressive Migrationspolitiken die Verletzlichkeit von Migrantinnen und ermöglichen deren Ausbeutung.

Hier der ganze Artikel zur Nachlese

Frauen sind nicht arme passive Opfer

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