Heute am internationalen Tag gegen Menschenhandel möchte die Internationale Organisation für Migration (IOM) speziell auf eine neue Form bzw. Gesicht des Menschenhandels unter dem Motto „Gefangen hinter dem Betrug“ aufmerksam machen, den Internetbetrug.
Weltweit wurden und werden tausende Menschen von kriminellen Netzwerken verschleppt und gezwungen, sich an Online-Betrugsmaschen in einer milliardenschweren kriminellen Industrie zu beteiligen.
Opfer von Menschenhandel werden oft durch gefälschte Stellenanzeigen angelockt, die eine seriöse Arbeit im Ausland versprechen. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf Menschen mit gehobenerer Bildung, die insbesondere über Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Mitunter werden ganze Familien auf diese Weise verschleppt.
Nach ihrer Ankunft werden viele in geschlossene Anlagen eingesperrt, ihrer Dokumente beraubt, ständiger Überwachung ausgesetzt und durch Gewalt, Drohungen und Schuldknechtschaft gezwungen, Online-Betrugsaktionen durchzuführen, die sich gegen Menschen weltweit richten. Überlebende berichten von Folter, sexuellem Missbrauch, Hunger und Einzelhaft.
„Menschen, die in Betrugslagern gefangen sind, sind Opfer von Menschenhandel und werden durch Gewalt, Drohungen und Nötigung zur Begehung von Straftaten gezwungen. Sie verdienen Schutz, keine Bestrafung“, sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope. „Wir müssen zusammenarbeiten, um Überlebende zu unterstützen, Menschenhändler zu stoppen und die Lücken zu schließen, die diese kriminellen Netzwerke ausnutzen. Kein Land kann dieses Problem alleine bewältigen.“
Das Ausmaß der Kriminalität ist erschütternd. Nach neuen Schätzungen des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) belaufen sich die jährlichen Verluste durch Betrugsdelikte in Ostasien, Südostasien, Australien und Neuseeland allein für das Jahr 2025 auf insgesamt zwischen 88,3 und 114,1 Milliarden US-Dollar, wobei ein Großteil davon mit der organisierten Kriminalität in Verbindung steht. Es wird angenommen, dass in den Betrugslagern in der gesamten Region Hunderttausende von Opfern des Menschenhandels festgehalten werden.
Weitere Informationen finden sich auf der Seite der IOM.
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