Ursachen & Hintergründe

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Wenn der Staat (indirekt) Menschenhandel unterstützt …

Ein Staat der Menschenhandel unterstützt? So etwas, sollte man annehmen, gibt es im „zivilisierten“ Europa doch nicht. Wirklich nicht?

Die anhaltenden Konflikte in den Staaten des Ostens mit den einhergehenden Flüchtlingsströmen stellen die Regierungen der EU und ihrer Mitgliedsstaaten vor große Herausforderungen. Die in der Theorie ausgehandelten Abkommen stoßen in der Praxis, infolge der hohen Anzahl an Flüchtlingen und Asylsuchenden an ihre Grenzen. Einerseits gilt es, humanitäre Hilfe anzubieten und auch zu leben, auf der anderen Seite fehlt es infolge der Anzahl an Hilfesuchenden an entsprechend gut organisierten Einrichtungen und Unterkünften. Und vielfach fehlt es auch an Beschäftigungsmöglichkeiten, denn einfach nur da sein, geht vielleicht für zwei/drei Wochen, aber dann wollen die Menschen irgendwie beschäftigt sein – wieder einen Sinn in ihrem Dasein entdecken. Das nur Warten jemand auf dumme Gedanken bringen kann, weiß jeder zumindest aus der Werbung eines Mobilfunkanbieters. Die Wirklichkeit ist leider weniger lustig und weit qualvoller. Weiterlesen

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Moderne Sklaverei – geht mich nichts an …

„Damit habe ich nichts zu schaffen, das berührt mich doch nicht“, werden sie sagen. Klingt doch irgendwie antik nach Barbarei aus längst vergangenen Jahrhunderten, nach römischem Imperium oder nach Schwarzafrikanern, die nach Amerika und in die Karibik verschifft wurden, um dort auf Plantagen zu schuften. „Das sind doch Geschichten aus längst vergangenen Tagen, so was gibt’s heute nicht mehr, ist längst abgeschafft!“ – Oder doch nicht? Real leben heute immer noch Millionen von Menschen auf allen Kontinenten in moderner Sklaverei – auch in Europa und wahrscheinlich auch in Österreich.

Egal wie man es auch dreht und wendet, der Großteil der Versklavten schuftet für die Verbraucher in den wohlhabenden Ländern. Deshalb sollte niemand hierzulande moderne Sklaverei als ein Problem vom anderen Ende der Welt abtun, oder glauben, man habe mit der Sache ja nichts zu tun: Viele Millionen Menschen weltweit arbeiten unter Zwang für die Bedürfnisse der modernen Konsumgesellschaften. Somit lässt praktisch jeder Verbraucher hier in Europa andere unter menschenunwürdigen Bedingungen für sich arbeiten und macht sich zum Komplizen der Ausbeuterei. Weiterlesen

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Moderne Sklaven: Vom Luxusgut zur Wegwerfware

Auf dieser Seite

Ein Fallbeispiel

Vor einigen Wochen ging die Meldung von einem misshandelten Hausmädchen aus Pakistan durch verschiedene Medien. Es ist eine Geschichte, wie sie auch in anderen Ländern, etwa Haiti, immer wieder passiert – meist mit keinem guten Ausgang, wie in diesem Fall. Tayyaba, so der Name des zehnjährigen (!) Mädchens wäre immer noch in dem Haus in einer reichen Gegend der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, wenn nicht ein Foto von ihr auf Twitter die Runde gemacht hätte. Es zeigt sie mit einem dick geschwollenen rechten Auge, Schürfwunden, blauen Flecken und Brandblasen an den Händen. Die Ärzte entdeckten dann insgesamt mehr als 20 Verletzungen an ihrem Körper. Tayyaba sei gefoltert worden, heißt es in dem Bericht, der dem Obersten Gericht vorgelegt wurde. Weiterlesen

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Industrie des modernen Sklavenhandels – Einblicke in eine erschreckende Realität

Was viele der Menschen, die sich mit der Materie Menschenhandel und Migration seit Jahren auseinandersetzten, vermuten, scheint nun mit einem weiteren Beweis untermauert zu sein – die Industrie des modernen Sklavenhandels.

Cécile Allegra, Autorin eines Dokumentarfilms mit dem Titel „Reise in die Barbarei“, der über die fürchterlichen Zustände am Horn von Afrika berichtet, hat im Zuge ihrer Recherchen noch andere besorgniserregende Hinweise entdeckt. Weiterlesen

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ILO: Steigende Migrationsrate infolge Arbeitsplatzmangel

Seit 2009 steige die Zahl derjenigen, die eine bessere Zukunft in anderen Ländern suchen, berichtete die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Donnerstag in Genf. Die Not und Perspektivenlosigkeit infolge prekärer Arbeitssituationen treibt immer mehr Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern in die Fremde. In den Staaten Afrikas südlich der Sahara sei die Not am größten: 32 Prozent der Menschen finden dort kein Auslangen und wollen fort. In Lateinamerika und der Karibik seien es 30 Prozent, in Nordafrika 27 Prozent. „Die Zahl der Migranten dürfte in den nächsten zehn Jahren weiter wachsen“, heißt es in dem Bericht „Arbeits- und Sozialtrends 2017“. Neben der Armut spielten auch Bürgerkriege, Verfolgung, Unsicherheit und Gewalt beim Willen zum Auswandern eine Rolle. In den aufstrebenden Ländern – mit Pro-Kopf-Einkommen zwischen 7.500 und 13.000 Euro im Jahr – steige die Arbeitslosigkeit deutlich. Etwa 3,6 Millionen Menschen mehr als 2016 dürften dort in diesem Jahr lt. ILO Arbeit suchen. Grund sei vor allem das Bevölkerungswachstum in Kombination mit schlechten sozialen Verhältnissen. Es sorge dafür, dass immer mehr junge Leute auf den Arbeitsmarkt drängen. In Entwicklungsländern – mit weniger als 7.500 Euro Jahreseinkommen – kämen etwa 450.000 neue Arbeitslose hinzu. Weiterlesen

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