Wenn der Staat (indirekt) Menschenhandel unterstützt …

Ein Staat der Menschenhandel unterstützt? So etwas, sollte man annehmen, gibt es im „zivilisierten“ Europa doch nicht. Wirklich nicht?

Die anhaltenden Konflikte in den Staaten des Ostens mit den einhergehenden Flüchtlingsströmen stellen die Regierungen der EU und ihrer Mitgliedsstaaten vor große Herausforderungen. Die in der Theorie ausgehandelten Abkommen stoßen in der Praxis, infolge der hohen Anzahl an Flüchtlingen und Asylsuchenden an ihre Grenzen. Einerseits gilt es, humanitäre Hilfe anzubieten und auch zu leben, auf der anderen Seite fehlt es infolge der Anzahl an Hilfesuchenden an entsprechend gut organisierten Einrichtungen und Unterkünften. Und vielfach fehlt es auch an Beschäftigungsmöglichkeiten, denn einfach nur da sein, geht vielleicht für zwei/drei Wochen, aber dann wollen die Menschen irgendwie beschäftigt sein – wieder einen Sinn in ihrem Dasein entdecken. Das nur Warten jemand auf dumme Gedanken bringen kann, weiß jeder zumindest aus der Werbung eines Mobilfunkanbieters. Die Wirklichkeit ist leider weniger lustig und weit qualvoller.

Über die Kosten für diese Maßnahmen gibt es schon seit einiger Zeit rege Diskussionen, die nicht selten von Populisten gerne entfacht und am Köcheln gehalten werden. Um dem Ansturm einerseits, und den Zurufen von der anderen Seite Herr zu werden, wurde das Zauberwort „geordnete Rückführung“ auf den Tisch gelegt. Menschen, die keine Aufenthaltsbewilligung bekommen, sollen in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden. Die Gründe für einen negativen Aufenthaltsbescheid sind vielfältig – und in manchen Fällen auch nicht wirklich nachvollziehbar. Etwa am Beispiel Afghanistan zeigt sich, dass dieses Land von Sicherheit und Stabilität weiter entfernt ist, als viele hierzulande glauben. In einem Interview kritisiert Horia Mosadiq von Amnesty International den Flüchtlingsdeal zwischen der EU und Afghanistan. Daraus wird ersichtlich, dass eine abgelehnter Bescheid zur Folge haben kann, dass der Staat bzw. die EU Menschen (wieder) in die Hände von Menschenhändlern treibt.

Lesen sie selbst, warum es derzeit niemanden von den hier Gestrandeten in die afghanische Heimat zurückzieht und was sie dort, entgegen Beteuerungen europäischer Politiker, zu erwarten haben. →

Interview_ Mosadiq

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