Prostitution

Prostitution + Strafen: Ein echte Lösung nicht in Sicht …

Seit 2016 gelten in Frankreich per Gesetz Strafen für Freier. Nachdem einige skandinavische Länder schon früher Bußen für Sexkäufer eingeführt hatten, zog nun Frankreich mit. Es sollten nicht mehr die Prostituierten bestraft werden, sondern die Kunden, jene die nach dem Geschäft verlangen. Doch so einfach, wie das von manchen gerne gesehen wird, ist das leider nicht. Eine schnelle „aus den Augen, aus dem Sinn“ Lösung ist eben keine Lösung, wenn dieses Geschäft von der Straße bzw. der Öffentlichkeit in die Illegalität vertrieben wird. Wer glaubt, dass es dann nicht statt fände, irrt gewaltig – es wird nur intensiver und gefährlicher, da es sich jeglicher Kontrolle entzieht. Und das hilft weder den Prostituierten oder SexarbeiterInnen, noch den Kunden – sondern nur den Profiteuren dieser Art von moderner Sklaverei und Menschenhandel.

Es gibt und kann beim Thema menschliche Sexualität kein „schwarz – weiß“ Denken geben, was spätestens seit dem Erscheinen der Roman-Triologie „Fifty Shades of Greyvon E. L. James bekannt sein sollte. Ein Roman der in der Tradition etlicher Vorgänger zum Thema Sexualität und ihrer menschlichen Abgründe steht. Das diese dann Grundlage für diverse fragwürdige Geschäfte wurde, darf nicht verwundern. Denn allzu gerne übersehen wir, dass es dabei für die Profiteure im Hintergrund einzig und allein um Geld und Gewinn geht. Es ist ein großes und lukratives Geschäft, das bedient werden will. Dort wo Armut und Chancenlosigkeit regieren, wird es immer einen Markt für Versklavung und Prostitution geben. Menschen, die ein wirklich selbstbestimmtes Leben in Freiheit führen können, werden bei weitem nicht so anfällig für die Sklaverei und Prostitution sein, denn sie haben das nicht nötig.

In den beiden unten verlinkten Artikeln, die vor einigen Tagen zum Thema erschienen sind, werden die Erfahrungen mit der neuen Gesetzgebung in Frankreich und Deutschland beleuchtet. Seit gut einem Jahr gilt in allen Bordellen Deutschlands das sog. Prostituiertenschutzgesetz. Prostituierte müssen sich seitdem beim Staat anmelden, Sex ohne Kondom ist verboten. Doch viele Betroffene fühlen sich von dem Gesetz nur gegängelt – und kein Stück mehr geschützt.

Wie sehr unbegleitete Flüchtlingskinder und -jugendliche von Prostitution und sexueller Ausbeutung betroffen sind, zeigt das TV-Drama „Vermisst in Berlin“, das noch bis 7. 5. 2019 in der ZDF Mediathek nachgesehen werden kann. Dabei fahndet eine suspendierte Ermittlerin nach einem eigenen Verkehrsunfall nach einem verschwundenen Flüchtlingskind. Und schon bald gerät sie in einen Strudel aus Bürokratie, Ignoranz, Überforderung, staatlich geförderter Ausbeutung usw. – und auch Hilfsbereitschaft. Ein mögliches Spiegelbild all jener weit über zehntausend Betroffenen Kinder und Jugendlichen, die seit Beginn der großen Flüchtlingsströme in und nach Europa verschwunden sind.

Teures Pflaster für Freier

Paragraphen allein schützen nicht

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Im Kino: JOY

JOY erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus Nigeria, die im Teufelskreis von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung gefangen ist. Sie arbeitet in Wien als Prostituierte, um sich von ihrer Zuhälterin freizukaufen, ihre Familie in Nigeria zu unterstützen und ihrer kleinen Tochter eine Zukunft zu sichern. Die Freiheit scheint für Joy in greifbarer Nähe, als ihr ihre Zuhälterin die Kontrolle über Precious übergibt, ein junges Mädchen aus Nigeria, das sich nicht in sein Schicksal fügen will.
Der Film gibt Einblick in das Leben von Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden und nimmt dabei durchgängig die Perspektive der Frauen ein. Er zeigt die privaten Momente, den alltäglichen Kampf, die komplexen Machtbeziehungen, und auch die Stärke und Würde dieser Frauen, die auf Europas Straßenstrichen arbeiten. Dabei offenbart der Film ein System der Ausbeutung, in dem die Grenzen zwischen Ausbeuterin, Komplizin und Opfer fließend sind.

Ab 18.01.2019 im Kino

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Endstation Mittelmeerroute – Prostitution

Migrantinnen in der Falle

Viele Frauen aus Afrika landen in Italien auf dem Straßenstrich. Gekommen sind sie in der Hoffnung auf eine Ausbildung oder Jobs. Kriminelle Netzwerke zwingen sie in die Prostitution. – Gestaltung: Jan-Christoph Kitzler

Viele Afrikanerinnen hoffen auf ein besseres Leben in Europa – und landen hier am Straßenstrich. In Italien ist das besonders augenfällig. Die Prostituierten an den Ausfallsstraßen der Großstädte sind fast ausnahmslos junge Frauen aus Westafrika.

Sie sind aus ihrer Heimat geflüchtet oder unter falschen Versprechungen nach Italien gelockt worden. Die kriminellen Netzwerke, die dahinter stehen, werden meist von Migranten selbst betrieben. Wer aussteigen will, riskiert sein Leben. Ein paar, die es geschafft haben, verstecken nun ihrerseits junge Frauen und versuchen, ihnen ein neues Leben zu ermöglichen. Die Behörden bieten wenig Unterstützung, das Geschäft bedient ganz Europa, ein Lokalaugenschein.

      Endstation_Strich

Quelle: Ö1 Journal-Panorama vom 30.10.2017

 

 

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Weg der gekreuzigten Frauen

Ein ganz besonderer Kreuzweg findet diesen Freitag in Rom statt. Nicht am Kolosseum und der Papst nimmt auch nicht daran teil – trotzdem ist dieser Kreuzweg wohl einer der eindringlichsten in der ganzen Ewigen Stadt. Er ist eine Via Crucis für die gekreuzigten Frauen: Zum dritten Mal lädt die katholische Gemeinschaft Papst Johannes XXIII. dazu ein, um mitten in Rom an das Drama der Frauen zu erinnern, die Opfer von Prostitution und Menschenhandel sind.

„Ich rufe die Gemeinschaft Papst Johannes XXIII. dazu auf, weiter für Frauen einzutreten, die aus der Prostitution befreit werden konnten.“ Das hat Papst Franziskus am Mittwoch bei seiner Generalaudienz gesagt. „Und ich lade die Römer dazu ein, am Kreuzweg für die gekreuzigten Frauen an diesem Freitag im Stadtviertel Garbatella teilzunehmen.“

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Niederlande: Strafen für Freier vorgesehen

AmsterdamWie schwer es ist, beim Thema Prostitution den richtigen Weg einzuschlagen zeigt sich nun in den Niederlanden. Nachdem es dort vor 16 Jahren zu einer Liberalisierung der Sexarbeit kam, stehen nun die Zeichen auf Verbot und Strafbar-Machung.

In der Praxis sollen nun Freier, die ein „ernstes Vermuten“ haben, dass die Prostituierte unter Zwang arbeitet und es nicht melden, sich strafbar machen. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu vier Jahren oder eine Geldbuße von bis zu 20.250 Euro.

Die Schwierigkeit besteht nur darin herauszufinden, ob die Frau freiwillig hier ist oder unter Zwang steht. Bei eindeutig fragwürdigen Orten wird das kein Problem sein. Doch bei sog. gehobenen Etablissements schaut die Lage schon ganz anders aus. Und hier setzt auch die Kritik der SexarbeiterInnen ein, welche ein Zurückdrängen in den Untergrund befürchten, was der Ausbeutung und der Gewalt nur noch mehr Raum geben würde.

Siehe mehr hier →

Prostitution: Niederlande vollziehen Kehrtwende

 

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