Migration

Sind Frauen immer nur arme passive Opfer ?

Diese Frage stellte Isabella Chen, Mitarbeiterin der Lefö-Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels, in einem Artikel in der Presse vom 3.3.2019. Dabei stellt sie fest, dass vielfach falsche Bilder im Kopf die grundlegenden Ursachen von Frauenhandel verdecken. Grundsätzlich bewegt sich die Debatte über Frauenhandel im Spannungsfeld zwischen Migrationspolitik, Kriminalitätsbekämpfung und der Wahrung von Menschen- und Frauenrechten sowie dem Opferschutz.
Dabei zeigt sich, dass im gesellschaftlichen Diskurs Frauenhandel immer wieder mit dem Konzept von „illegaler Migration“ vermischt wird. Meistens beginnt es in der Rhetorik mit dem Schutz von Frauen, um dann in restriktiven Migrationsmaßnahmen zu enden. Dadurch werden Maßnahmen wie beispielsweise verstärkte Kontrollen an den Grenzen gesetzt, die den Kampf gegen Frauenhandel unterstützen sollen. Das Ziel von Menschenhändlerinnen ist aber die Ausbeutung im Zielland, weshalb Betroffene an der Grenze überwiegend nicht als solche erkannt werden können. Angeblich einfache Lösungsansätze, wie restriktive Migrationspolitik oder die Regulierung von weiblicher Arbeitsmigration zum „Schutz der Frau“, sind einseitig, ignorant und bevormundend. Vielmehr noch erhöhen repressive Migrationspolitiken die Verletzlichkeit von Migrantinnen und ermöglichen deren Ausbeutung.

Hier der ganze Artikel zur Nachlese

Frauen sind nicht arme passive Opfer

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Vatikan: Orientierungshilfe zum Kampf gegen Menschenhandel

Der Vatikan hat eine kirchliche Orientierungshilfe zum Kampf gegen Menschenhandel veröffentlicht. Die Trennlinie zwischen Migration und Menschenhandel werde dünner, heißt es in dem Dokument.

Das vatikanische Referat für Flüchtlings- und Migrationsfragen benennt Eckpunkte für die Planung, Umsetzung und Evaluierung von Maßnahmen gegen Schlepperei und Ausbeutung von Migranten. Schlepper und nachfolgend Menschenhändler schlügen Kapital aus der Unfähigkeit von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen, mit der hohen Zahl von Schutzsuchenden zurechtzukommen.

Adressiert ist die 38-seitige Handreichung an Bistümer, Orden und Pfarreien, aber auch an katholische Bildungseinrichtungen und andere kirchliche Institutionen.

Erkennen und vermeiden

Neben Ursachen und Formen des Menschenhandels benennt sie Hinweise, um Menschenhandel zu erkennen und zu melden. Erneut spricht sich der Vatikan für mehr sichere und legale Einreisemöglichkeiten sowie bessere Informationen für Migranten aus, um das Schlepperwesen zu unterlaufen.

Zum koordinierten Vorgehen gegen Menschenhandel schlägt das Dokument unter anderem eine engere Zusammenarbeit zwischen katholischen Bistümern der Ziel- und der Herkunftsländer vor. Für die Opfer müsse es Unterstützung bei der Wohnungssuche, dem Aufbau eines Erwerbslebens und der sozialen Integration geben. Dazu zähle gegebenenfalls auch der Familiennachzug.

Menschen vor Täuschung schützen

Ein globales Phänomen verlange eine entsprechende Mobilisierung, sagte der vatikanische Migrationsexperte Michael Czerny bei der Vorstellung der Handreichung am Donnerstag im Vatikan. Das Ziel sei „üble und sündige Unternehmung von Täuschung, Köderung, Unterjochung und Ausbeutung“ zu demontieren.

Czerny, Untersekretär der Sektion für Migranten und Flüchtlinge in der Vatikanbehörde für Entwicklungsfragen, nannte Menschenhandel in seinen unterschiedlichen Facetten ein komplexes, wandelbares Problem mit sehr unterschiedlichen Opfer- und Täterprofilen. Ein breiterer Ansatz beim Kampf gegen Menschenhandel sei gefordert. Um das Phänomen zu verstehen, gelte es, die Dynamiken und die beteiligten Personen zu identifizieren. Dazu zählten „wissend oder unwissend“ auch Konsumenten.

Spirituelle Begleitung

Papst Franziskus verlange ein Engagement der katholischen Kirche gegen Menschenhandel in jeder seiner Phasen, so Czerny. Dabei gehe es darum, die Menschen vor Täuschung zu schützen, Opfer zu finden und zu befreien und sie anschließend zu unterstützen.

Eine Rückführung in die Heimat dürfe nie unter Zwang erfolgen und müsse auch dort durch Wiedereingliederungshilfen begleitet werden. Weiter mahnt da Schreiben professionelle psychologische Standards beim Umgang mit den oft traumatisierten Menschen an. Auch eine spirituelle Begleitung und die „heilende Kraft des Glaubens“ müsse bei katholischen Hilfsangeboten im Blick bleiben.

Quelle: Radio Vatikan, ED Wien Nachrichten

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Hintergrund: Migration aus Afrika

Verfolgt man die derzeitigen politischen Vorgänge in der EU, so fällt vermehrt die Abschottungspolitik einzelner Mitgliedsstaaten und eine repressiver Umgang mit Asylsuchenden auf. Oftmals wird in den Foren gar nicht mehr über die Gründe der Flucht oder Migration nachgedacht, Hauptsache die Leute werden zurückgeschickt, die Fluchtrouten geschlossen, die Lager aufgelöst – wir können wieder zu unserer „Alltäglichkeit“ zurückkehren. Als Beispiel sei hier ein Posting herausgegriffen, das stellvertretend für viele sein kann. Es ging im eigentlichen Artikel um einen Sondergipfel der EU zum Thema Migration und den Umgang damit. Dabei wurden verschiedene Standpunkte und Möglichkeiten überdacht. Die Reaktion des Forenteilnehmers darauf war folgende: Weiterlesen

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ARD: „Aufbruch ins Ungewisse“

Eine Flüchtlingsgeschichte im Spiegel zeigt der Sender ARD heute um 20:15 im Fernsehen.  In Europa herrscht Chaos, Rechtsextreme sind nicht nur im Vormarsch, sie haben bereits in vielen Ländern die Herrschaft übernommen. Die letzte freie Zeitung wurde eingestellt, Kritiker werden eingeschüchtert, mundtot gemacht. Wer nicht für die Machthaber ist, wird weggesperrt. Es ist eine beängstigende Dystopie, die der ARD-Film zeichnet. Aber in Zeiten wie diesen und mit Blick auf die Türkei oder in Richtung Ungarn auch nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Die Frage bleibt – was, wenn es mich betreffen würde? – Ein Film zum Aschermittwoch!

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Endstation Mittelmeerroute – Prostitution

Migrantinnen in der Falle

Viele Frauen aus Afrika landen in Italien auf dem Straßenstrich. Gekommen sind sie in der Hoffnung auf eine Ausbildung oder Jobs. Kriminelle Netzwerke zwingen sie in die Prostitution. – Gestaltung: Jan-Christoph Kitzler

Viele Afrikanerinnen hoffen auf ein besseres Leben in Europa – und landen hier am Straßenstrich. In Italien ist das besonders augenfällig. Die Prostituierten an den Ausfallsstraßen der Großstädte sind fast ausnahmslos junge Frauen aus Westafrika.

Sie sind aus ihrer Heimat geflüchtet oder unter falschen Versprechungen nach Italien gelockt worden. Die kriminellen Netzwerke, die dahinter stehen, werden meist von Migranten selbst betrieben. Wer aussteigen will, riskiert sein Leben. Ein paar, die es geschafft haben, verstecken nun ihrerseits junge Frauen und versuchen, ihnen ein neues Leben zu ermöglichen. Die Behörden bieten wenig Unterstützung, das Geschäft bedient ganz Europa, ein Lokalaugenschein.

      Endstation_Strich

Quelle: Ö1 Journal-Panorama vom 30.10.2017

 

 

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