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Presseartikel ab 2015

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Sind Frauen immer nur arme passive Opfer ?

Diese Frage stellte Isabella Chen, Mitarbeiterin der Lefö-Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels, in einem Artikel in der Presse vom 3.3.2019. Dabei stellt sie fest, dass vielfach falsche Bilder im Kopf die grundlegenden Ursachen von Frauenhandel verdecken. Grundsätzlich bewegt sich die Debatte über Frauenhandel im Spannungsfeld zwischen Migrationspolitik, Kriminalitätsbekämpfung und der Wahrung von Menschen- und Frauenrechten sowie dem Opferschutz.
Dabei zeigt sich, dass im gesellschaftlichen Diskurs Frauenhandel immer wieder mit dem Konzept von „illegaler Migration“ vermischt wird. Meistens beginnt es in der Rhetorik mit dem Schutz von Frauen, um dann in restriktiven Migrationsmaßnahmen zu enden. Dadurch werden Maßnahmen wie beispielsweise verstärkte Kontrollen an den Grenzen gesetzt, die den Kampf gegen Frauenhandel unterstützen sollen. Das Ziel von Menschenhändlerinnen ist aber die Ausbeutung im Zielland, weshalb Betroffene an der Grenze überwiegend nicht als solche erkannt werden können. Angeblich einfache Lösungsansätze, wie restriktive Migrationspolitik oder die Regulierung von weiblicher Arbeitsmigration zum „Schutz der Frau“, sind einseitig, ignorant und bevormundend. Vielmehr noch erhöhen repressive Migrationspolitiken die Verletzlichkeit von Migrantinnen und ermöglichen deren Ausbeutung.

Hier der ganze Artikel zur Nachlese

Frauen sind nicht arme passive Opfer

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Prostitution + Strafen: Ein echte Lösung nicht in Sicht …

Seit 2016 gelten in Frankreich per Gesetz Strafen für Freier. Nachdem einige skandinavische Länder schon früher Bußen für Sexkäufer eingeführt hatten, zog nun Frankreich mit. Es sollten nicht mehr die Prostituierten bestraft werden, sondern die Kunden, jene die nach dem Geschäft verlangen. Doch so einfach, wie das von manchen gerne gesehen wird, ist das leider nicht. Eine schnelle „aus den Augen, aus dem Sinn“ Lösung ist eben keine Lösung, wenn dieses Geschäft von der Straße bzw. der Öffentlichkeit in die Illegalität vertrieben wird. Wer glaubt, dass es dann nicht statt fände, irrt gewaltig – es wird nur intensiver und gefährlicher, da es sich jeglicher Kontrolle entzieht. Und das hilft weder den Prostituierten oder SexarbeiterInnen, noch den Kunden – sondern nur den Profiteuren dieser Art von moderner Sklaverei und Menschenhandel.

Es gibt und kann beim Thema menschliche Sexualität kein „schwarz – weiß“ Denken geben, was spätestens seit dem Erscheinen der Roman-Triologie „Fifty Shades of Greyvon E. L. James bekannt sein sollte. Ein Roman der in der Tradition etlicher Vorgänger zum Thema Sexualität und ihrer menschlichen Abgründe steht. Das diese dann Grundlage für diverse fragwürdige Geschäfte wurde, darf nicht verwundern. Denn allzu gerne übersehen wir, dass es dabei für die Profiteure im Hintergrund einzig und allein um Geld und Gewinn geht. Es ist ein großes und lukratives Geschäft, das bedient werden will. Dort wo Armut und Chancenlosigkeit regieren, wird es immer einen Markt für Versklavung und Prostitution geben. Menschen, die ein wirklich selbstbestimmtes Leben in Freiheit führen können, werden bei weitem nicht so anfällig für die Sklaverei und Prostitution sein, denn sie haben das nicht nötig.

In den beiden unten verlinkten Artikeln, die vor einigen Tagen zum Thema erschienen sind, werden die Erfahrungen mit der neuen Gesetzgebung in Frankreich und Deutschland beleuchtet. Seit gut einem Jahr gilt in allen Bordellen Deutschlands das sog. Prostituiertenschutzgesetz. Prostituierte müssen sich seitdem beim Staat anmelden, Sex ohne Kondom ist verboten. Doch viele Betroffene fühlen sich von dem Gesetz nur gegängelt – und kein Stück mehr geschützt.

Wie sehr unbegleitete Flüchtlingskinder und -jugendliche von Prostitution und sexueller Ausbeutung betroffen sind, zeigt das TV-Drama „Vermisst in Berlin“, das noch bis 7. 5. 2019 in der ZDF Mediathek nachgesehen werden kann. Dabei fahndet eine suspendierte Ermittlerin nach einem eigenen Verkehrsunfall nach einem verschwundenen Flüchtlingskind. Und schon bald gerät sie in einen Strudel aus Bürokratie, Ignoranz, Überforderung, staatlich geförderter Ausbeutung usw. – und auch Hilfsbereitschaft. Ein mögliches Spiegelbild all jener weit über zehntausend Betroffenen Kinder und Jugendlichen, die seit Beginn der großen Flüchtlingsströme in und nach Europa verschwunden sind.

Teures Pflaster für Freier

Paragraphen allein schützen nicht

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Vatikan: Orientierungshilfe zum Kampf gegen Menschenhandel

Der Vatikan hat eine kirchliche Orientierungshilfe zum Kampf gegen Menschenhandel veröffentlicht. Die Trennlinie zwischen Migration und Menschenhandel werde dünner, heißt es in dem Dokument.

Das vatikanische Referat für Flüchtlings- und Migrationsfragen benennt Eckpunkte für die Planung, Umsetzung und Evaluierung von Maßnahmen gegen Schlepperei und Ausbeutung von Migranten. Schlepper und nachfolgend Menschenhändler schlügen Kapital aus der Unfähigkeit von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen, mit der hohen Zahl von Schutzsuchenden zurechtzukommen.

Adressiert ist die 38-seitige Handreichung an Bistümer, Orden und Pfarreien, aber auch an katholische Bildungseinrichtungen und andere kirchliche Institutionen.

Erkennen und vermeiden

Neben Ursachen und Formen des Menschenhandels benennt sie Hinweise, um Menschenhandel zu erkennen und zu melden. Erneut spricht sich der Vatikan für mehr sichere und legale Einreisemöglichkeiten sowie bessere Informationen für Migranten aus, um das Schlepperwesen zu unterlaufen.

Zum koordinierten Vorgehen gegen Menschenhandel schlägt das Dokument unter anderem eine engere Zusammenarbeit zwischen katholischen Bistümern der Ziel- und der Herkunftsländer vor. Für die Opfer müsse es Unterstützung bei der Wohnungssuche, dem Aufbau eines Erwerbslebens und der sozialen Integration geben. Dazu zähle gegebenenfalls auch der Familiennachzug.

Menschen vor Täuschung schützen

Ein globales Phänomen verlange eine entsprechende Mobilisierung, sagte der vatikanische Migrationsexperte Michael Czerny bei der Vorstellung der Handreichung am Donnerstag im Vatikan. Das Ziel sei „üble und sündige Unternehmung von Täuschung, Köderung, Unterjochung und Ausbeutung“ zu demontieren.

Czerny, Untersekretär der Sektion für Migranten und Flüchtlinge in der Vatikanbehörde für Entwicklungsfragen, nannte Menschenhandel in seinen unterschiedlichen Facetten ein komplexes, wandelbares Problem mit sehr unterschiedlichen Opfer- und Täterprofilen. Ein breiterer Ansatz beim Kampf gegen Menschenhandel sei gefordert. Um das Phänomen zu verstehen, gelte es, die Dynamiken und die beteiligten Personen zu identifizieren. Dazu zählten „wissend oder unwissend“ auch Konsumenten.

Spirituelle Begleitung

Papst Franziskus verlange ein Engagement der katholischen Kirche gegen Menschenhandel in jeder seiner Phasen, so Czerny. Dabei gehe es darum, die Menschen vor Täuschung zu schützen, Opfer zu finden und zu befreien und sie anschließend zu unterstützen.

Eine Rückführung in die Heimat dürfe nie unter Zwang erfolgen und müsse auch dort durch Wiedereingliederungshilfen begleitet werden. Weiter mahnt da Schreiben professionelle psychologische Standards beim Umgang mit den oft traumatisierten Menschen an. Auch eine spirituelle Begleitung und die „heilende Kraft des Glaubens“ müsse bei katholischen Hilfsangeboten im Blick bleiben.

Quelle: Radio Vatikan, ED Wien Nachrichten

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UNDOC: Sklaverei als Strategie

Fehlende Rechtsstaatlichkeit und verheißungsvolle Versprechen, diese Kombination macht Zivilpersonen in Konfliktgebieten besonders verwundbar. Die damit verbundene Angst nutzen bewaffnete Gruppen und setzen Menschenhandel als Strategie für ihre Ziele ein → etwa zur Finanzierung ihrer Aktivitäten oder der Stärkung der eigenen Reihen. Diese Erkenntnis lässt sich aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (Unodc) ableiten. „Der Menschenhandel in bewaffneten Konflikten hat schreckliche Ausmaße angenommen – Kindersoldaten, Zwangsarbeit und sexuelle Sklaverei“, sagt Unodc-Chef Juri Fedotow. Die Vergabe des Friedensnobelpreises an Nadia Murad wertet er als ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen den Menschenhandel. Die Jesidin aus dem Irak sei durch das öffentliche Sprechen über „ihre Versklavung und Vergewaltigung durch Terroristen des Islamischen Staats eine führende Stimme der Aufdeckung dieser abscheulichen Verbrechen“ gewesen. Weiterlesen

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Kindersextourismus: das BKA ersucht um Aufmerksamkeit

Mit einem Informationsfilm unter dem Titel „Nicht wegsehen“ machen die Arbeitsgemeinschaft Ecpat und das Bundeskriminalamt (BK) auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern in Urlaubsländern aufmerksam. Die Kampagne wird bewusst anlässlich der bevorstehenden Hauptreisezeit in Ferndestinationen gestartet. Das Video gibt konkrete Hinweise für Reisende, was sie bei Auffälligkeiten tun und wie sie Verdachtsfälle melden können. Zu sehen ist der Informationsfilm am Flughafen Schwechat sowie in Zügen der ÖBB, teilte das BK am Mittwoch mit. 

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein Verbrechen und kann nicht nur im Ausland, sondern auch im Heimatland des Täters strafrechtlich verfolgt werden. Für den Kindersextourismus gebe es zwei Arten von Straftätern, erläuterte das BK: Während die einen gezielt in ein Land fliegen und die touristische Infrastruktur ausnutzen, ergreifen Gelegenheitstäter am Zielort der Urlaubs- oder der Geschäftsreise die Möglichkeit, Mädchen oder Buben sexuell auszubeuten. Das geschieht hauptsächlich in Asien und Afrika, kommt aber auch in Europa vor. Die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen ist weltweit strafbar.

Im BK ist eine Meldestelle für Kinderpornografie und Kindersextourismus eingerichtet. Da sich betroffene Kinder nur sehr selten jemandem anvertrauen, ist es laut Experten von großer Bedeutung, dass Hinweise Außenstehender an die Polizei bzw. das BK weitergegeben werden. Die Meldestelle ist online unter meldestelle@interpol.at erreichbar.

Quellen: APA und derStandard 5.12.2018

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