Presse

Presseartikel ab 2015

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Hintergrund: Migration aus Afrika

Verfolgt man die derzeitigen politischen Vorgänge in der EU, so fällt vermehrt die Abschottungspolitik einzelner Mitgliedsstaaten und eine repressiver Umgang mit Asylsuchenden auf. Oftmals wird in den Foren gar nicht mehr über die Gründe der Flucht oder Migration nachgedacht, Hauptsache die Leute werden zurückgeschickt, die Fluchtrouten geschlossen, die Lager aufgelöst – wir können wieder zu unserer „Alltäglichkeit“ zurückkehren. Als Beispiel sei hier ein Posting herausgegriffen, das stellvertretend für viele sein kann. Es ging im eigentlichen Artikel um einen Sondergipfel der EU zum Thema Migration und den Umgang damit. Dabei wurden verschiedene Standpunkte und Möglichkeiten überdacht. Die Reaktion des Forenteilnehmers darauf war folgende: Weiterlesen

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NÖ: Menschenhändler aus Südamerika am Werk

Ein Schlag gegen den organisierten Menschenhandel erfolgte vergangene Woche in Niederösterreich. Nach der Aktion sind nun fünf Beschuldigte sind in Haft, so Omar Haijawi-Pirchner, Leiter des Landeskriminalamtes. 13 Frauen aus Venezuela und Kolumbien, die zur Prostitution gezwungen worden waren, wurden aus der Gewalt der Tätergruppe befreit. Zwei weitere wurden quasi „abgefangen“. Bei den Beschuldigten handelt es sich um zwei Frauen und drei Männer aus Venezuela. Vier von ihnen sind venezolanisch-spanische Doppelstaatsbürger. In die Ermittlungen gegen die Menschenhändler waren auch das Bundeskriminalamt und die spanische Policia Nacional eingebunden. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Es werde nicht ausgeschlossen, dass es weitere Opfer gibt, sagten die Ermittler in einer Pressekonferenz.

Quellen: APA, Der Standard vom 13.6.2018

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Kinderhandel: Leihmutterschaft

Viele Menschen wollen Kinder, aber einigen ist dies aus verschiedensten Gründen nicht möglich. Neben künstlicher Befruchtung und Adoption hat sich in den letzten Jahren ein anderer „Geschäftszweig“ aufgetan, der mehr als fragwürdig ist, die Leihmutterschaft. Und diese ist, bei näherer Betrachtung, eine Form von Kinderhandel, der die Bedürfnisse von Erwachsenen über jene der Kinder stellt. Dabei wird die Bedeutung der Schwangerschaft für das Kind und seine spätere Entwicklung bagatellisiert oder sogar ignoriert. Dabei zeigen gerade neuere Forschungsergebnisse, wie sehr das Kind bereits durch die Schwangerschaft im Mutterleib geprägt wird.

All die ethische Fragen werden dabei tunlichst ausgeblendet: Dürfen wir alles machen, nur weil wir es können? Was sind die Auswirkungen auf Schwächere, auf die Gesellschaft insgesamt? Was passiert, wenn Reproduktionsverfahren einer kommerzialisierten Welt zunehmend von Profit- und Wunschdenken dominiert werden?

Eva Maria Bachinger ging diesen Fragen in einem Standard-Artikel nach → Leihmutterschaft

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Sekten und unfreiwilliger Sex

Das es in Sekten und sektenähnlichen Gruppierungen manchmal zu unfreiwilligem Sex bzw. sexueller und Arbeits-Ausbeutung kommt, sollte eigentlich hinlänglich bekannt sein. Ein weiterer Fall in dieser Reihe wurde nun bekannt, indem die US-Schauspielerin Allison Mack, bekannt aus der US-Fernsehserie „Smallville“, wegen des Verdachts auf Menschenhandel festgenommen worden. Der 35-Jährigen, die in Deutschland geboren wurde, wird vorgeworfen, Frauen für eine angebliche Selbsthilfegruppe rekrutiert zu haben, in der sie zum Sex mit deren Anführer gezwungen worden seien. Dies teilte der New Yorker Staatsanwaltschaft mit. Die Opfer seien sowohl sexuell als auch durch ihre Arbeit ausgebeutet worden. Anführer der Sekte sei Keith Raniere. Viele Mitglieder der ansonsten nur aus Frauen bestehenden Organisation hätten ein Brandzeichen mit seinen Initialen getragen.

Pyramidenspiel der anderen Art

Keith Raniere wurde im März unter dem Vorwurf des Sexhandels in Mexiko festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft baute er in den vergangenen 20 Jahren eine Reihe angeblicher Selbsthilfeprogramme innerhalb seiner Dachorganisation namens Nxivm (ausgesprochen Nexium) auf und betrieb Einrichtungen in den USA, Mexiko, Kanada und Südamerika. Dabei kosteten die Kurse jeweils mehrere tausend Dollar und die Teilnehmerinnen wurden dazu ermutigt, für Zusatzkurse zu zahlen und andere Mitglieder zu werben, um innerhalb der Organisation aufzusteigen.

Quellen: CBS-News, The Guardian, Tagespiegel, ORF

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Sklavenarbeit in Niederösterreich – heute…?

Ja, leider, die gibt‘s wirklich!!! Wie der Fall einer Erntehelferin zeigt, ist diese durch lange Arbeitszeiten, zu wenig Lohn und eine unwürdige Unterkunft gekennzeichnet. Nun erhebt die Erntearbeiterin schwere Vorwürfe gegen ihren Arbeitgeber. Wie jedes Jahr kommen Menschen aus verschiedenen Ländern, wie etwa der Slowakei, Bulgarien und Rumänien, um auf den feldern Niederösterreichs bei der Ernte zu helfen und sich so ihren Lebensunterhalt im Heimatland zu verdienen. Wie die Verhältnisse dieser modernen Sklaven bei uns sind, schildert die Erntehelferin in einem Artikel im Standard. Das Bild und Videomaterial sagt dabei mehr als die berühmten tausend Worte: an den Wänden Schimmel, Geschirr, Kochtöpfe und Wasserflaschen liegen herum. Kleidungsstücke quellen aus den Kästen, hängen auf den Betten, sind auf den Sesseln drapiert. Im ohnehin viel zu kleinen Raum stehen außerdem noch zwei Kühlschränke. An erholsamen Schlaf nach schwerer Arbeit also kaum zu denken.

Ja – kontrolliert denn das niemand, das kann doch bei uns in Mitteleuropa nicht möglich sein, sagen die meisten Leute. Doch, denn die zuständige Kontrollinstanz für landwirtschaftliche Betriebe in Niederösterreich, die Landwirtschafts- und Forstinspektion, zeigt in ihrem Tätigkeitsbericht aus dem Jahr 2016 411 sogenannte Betriebsstätten-Übertretungen auf, wobei 15 davon das Arbeitsvertragsrecht betrafen. Jeweils eine Beanstandung galt dem Thema „Entgelt und Urlaub“ und dem Thema „Dienstvertrag“, fünf Beschwerden gab es zu Unterkünften und acht hinsichtlich der Aufzeichnungspflichten. Die Behörde erteilte in allen 411 Fällen Aufträge zur Herstellung des rechtmäßigen Zustands. Doch in keinem einzigen Fall wurde von der Behörde ein Sofortbescheid, ein Strafantrag oder eine Strafanzeige veranlasst. Zum gegenständlichen Fall will sich die Inspektion jetzt nicht äußern.

Doch ist es nur die Behörde, die hier ihrer Pflicht zu wenig nachgekommen ist? Liegt es nicht vielleicht auch an unserer generellen Einstellung, über die Gewinnmaximierung und -optimierung darauf zu vergessen bzw. einfach zu übersehen, dass dadurch Menschen ausgebeutet, erniedrigt und in unwürdige Zustände gepresst werden? Ist es wirklich notwenidig, das solche Zustände heute noch, hier ganz in der Nähe, passieren?

Quelle: Der Standard 30.11.2017

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