Politik

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Saurer Spargel

Eine Erntehelferin wehrt sich gegen die „Normalität“.

Das die Situation und die Erwerbsumstände prekär sind, wissen jene, die es wissen wollen, schon seit geraumer Zeit. Alle anderen wurden dieser Tage erneut durch einen Bericht in den Medien auf die teilweise katastrophalen Zustände aufmerksam gemacht.

Eine Rumänin hatte mit Hilfe der Kampagne „Sezonieri“ die Öffentlichkeit via sozialer Medien aufmerksam gemacht. Die von der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge unterstützte Kampagne macht seit 2014 auch in Österreich auf die Arbeitsbedingungen von mehrheitlich migrantischen Erntearbeitern aufmerksam. Sezonieri-Aktivistinnen hatten die Fotos dann via sozialer Medien verbreitet. Die Bilder zeigen kleine desolate Zimmer, mit Schimmel an den Wänden und Kakerlaken in den Betten. In einem Raum wurden bis zu elf Personen in Stockbetten untergebracht. Die sanitären Anlagen würden teilweise so nicht einmal in der Tierhaltung durchgehen. Pro Tag wurde jeden „Insassen“ vier Euro für die „Unterkunft“ abgenommen. Weiterlesen

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Fleisch – Handel

Rinder und Schweine werden im Akkord umgebracht (oder wie man sagt, geschlachtet) und zerlegt. Danach geht es zur Filetierung und wird nett und adrett auf Kunststofftassen in Cellophan eingeschweißt, in Kisten gepackt und landet „sauber“ in den Regalen der Supermärkte.

Jene, die dies bewerkstelligen, pendeln für den Job vielfach hunderte Kilometer quer durch Europa und leben wochentags zusammengepfercht (wie ihre Opfer vor der Schlachtung) auf engstem Raum in Massenquartieren. Bezahlt wird soviel, dass sich das Lohndumping für die Unternehmen rentiert, wovon dann noch überteuerte Unterkünfte, Geld für Messer und Arbeitskluft abgezogen werden. Wobei unbezahlte Überstunden und falsche Gehaltsabrechnungen im intransparenten Netzwerk der unzähligen Subfirmen System haben. – Den Kunden freut‘s, das Schnitzel kostet im Kilo nur € 5,99.- !!!
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Moderne Sklaverei: Pflegerinnen in Österreich

Opfer „moderner Sklaverei“ – nicht irgendwo weit weg, – nein hier, vielleicht gleich nebenan! Experten bezeichnen jene Pflegerinnen aus dem Ausland, die in Österreich in der 24-Stunden-Pflege arbeiten, ganz zurecht als Opfer der modernen Sklaverei. Denn es gibt zehntausende Frauen, die hier, mitten in Österreich, unter miserabelsten Bedingungen leben und arbeiten. Sie leisten Unmenschliches und bleiben vollkommen unsichtbar. Sie sind an unfaire Verträge gefesselt, die sie nicht verstehen, und für sie gelten die arbeitsrechtlichen Errungenschaften unseres Sozialstaats nicht.

Und es ist auch kein Zufall, dass es Frauen sind, die hier so miserabel behandelt werden. Sie machen jene Arbeit, die seit jeher als „weiblich“ gilt: nämlich Pflegen, Kümmern, Trösten. Und sie entlasten damit andere Frauen, die bisher aufopferungsvoll diese Arbeit übernommen haben: Ehefrauen, Töchter, Schwiegertöchter. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, wieso über die Pflegerinnen niemand redet, nicht einmal die Feministinnen.

Darüber hinaus wurde diesen slowakischen, rumänischen, ungarischen und anderen Pflegerinnen, besser gesagt ihren Kindern, Anfang dieses Jahres sogar die Familienbeihilfe gekürzt – oder wie es so schön in der offiziellen Kommunikation der Regierung formuliert wurde, „angepasst“. Es gab keinen Aufschrei, obwohl diese Frauen mitten unter uns leben, unsere Alten und Kranken pflegen und vielleicht bald auch uns.

Weitere Informationen zu diesem Missstand finden sich in folgenden Artikeln:

Experten sehen rumänische Pflegerinnen als Opfer „moderner Sklaverei“

Pflegerin Elena und ihre stille Armee

Quelle: Der Standard v. 8.11.2019

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Vatikan veröffentlicht Orientierungshilfe zum Kampf gegen Menschenhandel

Das neue Vatikan-Dokument „Pastorale Orientierungen zum Menschen- handel“ ist nun auch auf Deutsch verfügbar. Außer umfangreichen Infor-mationen über Ausmaß und Ursachen des Menschenhandels enthält es auch konkrete Anregungen, wie sich Pfarreien und Einzelne dagegen engagieren und den Opfern helfen können.

Die katholische Kirche fordert einen stärkeren Einsatz gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und andere Formen von Ausbeutung und Sklaverei in aller Welt. Menschenhandel sei ein „verabscheuungswürdiges Übel und eine offene Wunde am Körper der heutigen Gesellschaft“, zitiert eine neue Vatikan-Orientierungshilfe, die am Donnerstag von der Deutschen Bischofskonferenz auf Deutsch veröffentlicht wurde, eine Aussage von Papst Franziskus zu dem Thema. Weiterlesen

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Sind Frauen immer nur arme passive Opfer ?

Diese Frage stellte Isabella Chen, Mitarbeiterin der Lefö-Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels, in einem Artikel in der Presse vom 3.3.2019. Dabei stellt sie fest, dass vielfach falsche Bilder im Kopf die grundlegenden Ursachen von Frauenhandel verdecken. Grundsätzlich bewegt sich die Debatte über Frauenhandel im Spannungsfeld zwischen Migrationspolitik, Kriminalitätsbekämpfung und der Wahrung von Menschen- und Frauenrechten sowie dem Opferschutz.
Dabei zeigt sich, dass im gesellschaftlichen Diskurs Frauenhandel immer wieder mit dem Konzept von „illegaler Migration“ vermischt wird. Meistens beginnt es in der Rhetorik mit dem Schutz von Frauen, um dann in restriktiven Migrationsmaßnahmen zu enden. Dadurch werden Maßnahmen wie beispielsweise verstärkte Kontrollen an den Grenzen gesetzt, die den Kampf gegen Frauenhandel unterstützen sollen. Das Ziel von Menschenhändlerinnen ist aber die Ausbeutung im Zielland, weshalb Betroffene an der Grenze überwiegend nicht als solche erkannt werden können. Angeblich einfache Lösungsansätze, wie restriktive Migrationspolitik oder die Regulierung von weiblicher Arbeitsmigration zum „Schutz der Frau“, sind einseitig, ignorant und bevormundend. Vielmehr noch erhöhen repressive Migrationspolitiken die Verletzlichkeit von Migrantinnen und ermöglichen deren Ausbeutung.

Hier der ganze Artikel zur Nachlese

Frauen sind nicht arme passive Opfer

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