Kindersklaven

Südamerika: Sklavenring ausgehoben

Einer koordinierten Polizeiaktion in 13 Ländern der Karibik und Lateinamerikas ist es zu verdanken, dass etwa 350 Opfer von Menschenhändlern befreit werden konnten. Männer, Frauen und Minderjährige seien in Nachtclubs, auf Bauernhöfen, in Minen, Fabriken oder auf Märkten gefunden worden, erklärte ein Sprecher von Interpol. Die Polizeioperation „Libertad“ fand in Antigua und Barbuda, Aruba, Barbados, Belize, Brasilien, Curacao, Guyana, Jamaika, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago, den Turks- und Caicosinseln sowie in Venezuela statt. Die Koordination erfolgte über Lyon und Buenos Aires. Der Einsatz umfasste bei 500 Einsatzkräften und es wurden 22 Verdächtige festgenommen, teilte die internationale Polizeiorganisation Interpol gestern mit. Zwangsarbeit und Prostitution waren die Haupteinsatzorte der modernen Sklaven.

Quelle: Interpol, ORF

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Smart & schmutzig – Die Kehrseite des Handygeschäftes

Fast jeder hat eines, viele nutzen es täglich, manche können ohne es nicht mehr leben. Wir reden von Handys und Smartphones. Was für die Einen einen großer Fortschritt im täglichen Leben bedeutet, hat für Andere  eine bittere Kehrseite. Insbesondere trifft dies auf Menschen zu, in denen diese elektronischen Helfer hergestellt werden – auch mittels Kinderarbeit und manchmal unter sklavenähnlichen Zuständen. Dafür ist der Gewinn für die Firmen atemberaubend und der Kunde ist gerne bereit, für seine Begierde und sein Image mehrere hundert Euro oder Dollar auf den Ladentisch zu legen. Davon sehen die Menschen, die in der Herstellung arbeiten, so gut wie nichts. Die Doku „Smart und schmutzig“ geht dem fragwürdigen Geschäft mit den Handys nach.

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Amnesty: In deutschen Autos steckt Kinderarbeit

Wer ein deutsches Auto sein eigen nennt, hat mit dem Kauf mit größter Wahrscheinlichkeit Kinderarbeit unterstützt oder gefördert. Was Handy und Laptopnutzer schon lange verbindet, scheint nun auch für Autokunden mehr und mehr Realität zu werden. Denn führende Elektronikhersteller wie Apple, Samsung oder Sony,  aber auch deutsche Autokonzerne wie BMW, Daimler und Volkswagen profitieren nach Angaben von Amnesty International weiterhin von Kinderarbeit in der Demokratischen Republik Kongo.  Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation mit dem Titel „Time to recharge“ (Zeit zum  Wiederaufladen) hervor.

Laut Amnesty wird mit dem Kobalt aus den Minen mehr als die Hälfte des weltweiten Kobaltbedarfs gedeckt. Dort ist Kinderarbeit an der Tagesordnung und diese Kinder riskieren schon ab ihrem siebentem Lebensjahr ihr Leben oder zumindest ihre Gesundheit. Darauf hatte die menschenrechtsorganisation schon Anfang 2016 in ihrem Bericht „This is what we die for“ (Dafür sterben wir) hingewiesen. Weiterlesen

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England: Mehr als 1200 Kinder Opfer moderner Sklaverei – jährlich

Das vielleicht idyllische Bild darf über die heutige Realität gefährdeter Kinder in Europa nicht hinwegtäuschen. Es gibt vielleicht mehr Kinder ohne Zukunft in Europa, als man gemeinhin denkt.

Millionen Kinder in England müssen, einem neuen Bericht zufolge, in unzumutbaren Verhältnissen aufwachsen. Ihre Zukunftsaussichten sind, gelinde gesagt, trist bis nicht vorhanden. Etwa 580.000 Mädchen und Buben sind sogar so stark gefährdet, dass der Staat einschreiten und helfen musste, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Kinderbeauftragten Anne Longfield hervorging. Sie meinte, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Die Expertin geht von einer weit höheren Dunkelziffer aus. Allein dass etwa 46.000 im Alter zwischen 10 – 18 Jahren in irgendwelchen Banden organisiert und 55.000 der Schule fernbleiben, bzw. 160.000 davon überhaupt ausgeschlossen sind, ist mehr als Besorgnis errregend.

Insgesamt sollen etwa 805.000 Mädchen und Buben im Alter von fünf bis 17 Jahren laut Longfield in England unter psychischen Störungen leiden. Viele davon hätten drogen- oder alkoholabhängige Eltern, die selbst mit ihrem eigenen Leben nur schwer zurechtkommen. Das bedingt, dass etwa 120.000 als obdachlos gelten und in keinen dauerhaften Unterkünften leben.

Erschreckend, was aus dem Bericht weiter hervorgeht. So sollen 1.200 Kinder in England jedes Jahr als Opfer der modernen Sklaverei identifiziert werden . 119.000 Mädchen und Buben seien obdachlos oder lebten in unsicheren Unterkünften. Kinderbeauftragte: Der Report fasste offizielle Angaben von Behörden in England zusammen. Die Kinderbeauftragte sprach von „schockierenden“ Ergebnissen.

Der Staatssekretär für Kinder und Familien, Robert Goodwill, meinte hingegen lapidar, die Zahlen seien seit 2010 relativ konstant geblieben.

Man fühlt sich nach diesen Zeilen unwillkürlich stark an die Geschichten von Charles Dickens, etwa jener von Oliver Twist, erinnert. Nur das die obigen Fakten aufzeigen, dass die heutige Realität vielleicht noch weit ungemütlicher sein könnte – zumindest scheint sich in England nicht viel verändert zu haben. Vielleicht eine Warnung, die Situation auch in anderen europäischen Ländern genauer anzusehen und negativen Entwicklungen rechtzeitig entgegen zu arbeiten.

Quelle: APA, 4.7.2017, The Guardian

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Wien Stuwerviertel: Der Kinderstrich ist zurück.

Der Spielplatz in der Wiener Venediger Au, nahe dem Praterstern. Kinder spielen, lärmen und haben ihren Spass. Sie lassen hier die letzten Tage vor dem Schulschluss ausklingen, bevor die Ferien beginnen.
Ein zierliches Mädchen beobachtet vom Zaun aus das Gedränge um Rutschen. Schaukeln und Klettergerüst. Sie trägt einen kurzen Blümclrenrock und dazu Glitzerballerinas, das Haar ist zu Zäpfen geflochten. Vielleicht würde sie selbst gerne hier mitmachen, doch Zsofia, so ihr Name, ist nicht zum Spielen hergekommen. Sie wartet darauf, dass ein Auto vorfährt und ein Freier sie abholt. Zsofia ist minderjährig und wird  auf den Strich geschickt – sowie rund 20 weitere Mädchen und Burschen, soweit die Polizei festgestellt hat. Sie kommen  großteils aus Ungarn und halten sich vornehmlich rund um die Spielplätze auf.

Das Stuwerviertel ist seit über hundert Jahren als Rotlichtmeile bekannt. Trotz des Straßenstrichverbots seit 2011 konnte die Prostitution aus der Gegend bisher nicht wirklich verbannt werden. Und auch die Kinderprostitution ist hier leider ein immer wieder aufkeimendes Problem. Erst im vergangenen Herbst hat das Bundeskriminalamt (BKA) einen ungarischen Menschenlrändlerring ausgehoben. 23 Mädchen und fünf Burschen. die zur Prostitution gedrängt wurden, konnten befreit werden. Es war eine kurze Ruhepause, doch nun in der Warmen Jahreszeit geht das Geschäft wieder los.

Angelockt durch falsche Versprechungen, gepaart mit geringer Bildung und niedrigster sozialer Stellung sind es meist junge ungarische Roma, manche nicht älter als zwölf Jahre, die so zu Opfern des Menschenhandels werden.

Die „Dienstleistung“ der Kinder liegt dan zwischen 5 – 20 Euro (!!!), womit sich bestätigt, zu welch unglaublich niedrigem Preis heute moderne Sklaven verfügbar sind. Viele der so Augebeuteten können nur ungarisch. Zur Verständigung haben sie einen Zettel dabei, auf dem eine Art Preisliste zu finden ist, berichtete Oberst Tatzgern vom BKA.

Die Konsumenten der Ware meist in teuren Autos und Anzügen, nicht selten noch einen Kindersitz auf der Rückbank. Die Bereitstellung der Ware bestens organisiert, denn diese verschwindet im Getümmel der Umgebung, sobald der Anschein einer Polizeikontrolle oder -streife sich über Späher verbreitet.

Der ganze Artikel aus der „Presse am Sonntag“ vom 25.6. 2017 mit weitern erschütternden Einzelheiten von Anna Thalhammer findet sich hier.

 

 

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