Grauzone

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Ist ja nur ein Spiel … !???

Ja, aber was für eines? – Man kann geteilter Meinung über Computerspiele und deren „Nutzen“ sein, dennoch sind sie Fakt und bestimmen einen nicht unerheblichen Teil des Alltags verschiedenster Schichten unserer Gesellschaft. Das mit manchen dieser Spiele auch gewisse „Botschaften“ an die Spieler übermittelt werden und sich in diesen dann mitunter im Unterbewusstsein festsetzen können, füllen auch einige Beiträge in der psychologischen Fachliteratur. Eines der neuesten Vertreter aus diesem Genre ist das Spiel „Elite Dangerous“, einer Raumschiff-Simulation, wo sich nun eine Gruppe von Spielern das Ziel gesetzt hat, neue Mitspieler in ein entferntes Sternensystem zu entführen, um sie dann für wenig Geld als Minenarbeiter einzusetzen. Eine tragische Geschichte, die zeigt, welche Eigendynamik solch virtuelle Welten entwickeln können.

Moderne Sklaverei – virtuell, aber beklemmend

Als neuer Spieler gelangt man meist in ein bestimmtes Sternensystem und muss sich zunächst mit den vielen Möglichkeiten des Spiels vertraut machen. Da fühlt es sich gut an, wenn sich etablierte Spieler anbieten, sie in ihre „Player Group“ aufzunehmen und ihnen auf der Suche nach der raren Ressource „Void Opals“ zu helfen. Einige Spieler nehmen dieses scheinbar attraktive Angebot an und lassen sich zu entfernten Systemen leiten, die angeblich eine gute Quelle für seltene Rohstoffe sind.

Bei der Auswahl ihres Raumschiffs wird den Neulingen dabei eingeredet, dass die „Player Group“ genau jenen Flottenträger dazu habe, der schnell weiter hilft. So finden sich die gutgläubigen Spieler bald in einem entlegenen Sternensystem wieder und müssen für ihre „Besitzer“ Rohstoffe abbauen, um sich ihren Weg zurück in die Zivilisation zu verdienen.

Spätestens an dieser Stelle wird klar, wie viele Parallelitäten sich hier zu realen Szenarien auftun und wie schnell sich virtuelle mit echten Realitäten vermischen können. Das Spiel ist seit 2014 am Markt und präsentiert sich als Mischung aus Flug- und Wirtschaftssimulation. Kern des Spiels ist die offene Welt, die von unzähligen Spielern bevölkert wird, die sich zu Gruppen zusammenschließen können. Wie man sein Leben gestaltet, ist dabei völlig frei zu entscheiden – als Händler, Pirat oder eben Sklave – was einem aber erst im Zuge des Spiels bewusst wird.

Beklemmend ist, mit welcher Leichtigkeit es einer Gruppe von Spielern dabei gelingen kann, Macht über eine andere zu bekommen und diese auszubeuten. Ob überall die nötige psychologische Hemmschwelle vorhanden und ausreichend ist, diese „Erfahrung“ dann nicht im echten Leben umsetzen zu wollen, bleibt dahingestellt. Was bleibt, ist ein flaues Gefühl im Magen und ein unangenehmer Nachgeschmack.

Quelle: x-box, elite dangerous, DerStandard

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Bildquellen

Schnelles Geld? – In den Fängen der Porno-Industrie

Immer wieder geraten junge Mädchen auf der Suche nach leicht verdientem Geld in die Fänge der Pornoindustrie. Wie es einer jungen Frau erging, die in diese „Branche“ hineingezogen wurde, zeigt nun eine Doku des NDR-Reportagemagazins „STRG_F“. Darin schildert die ehemalige Darstellerin, wie sie teilweise zu Dingen überredet und des weiteren gezwungen wurde, die sie eigentlich gar nicht wollte. Manche der Szenen haben ein tiefes Trauma hinterlassen, dass nun sicher seine Zeit braucht, um es zu überwinden – wenn überhaupt.

Die Doku zeigt den perfide manipulierten Einstieg der jungen Frau. Denn um irgendwie Geld zu verdienen, meldete sie sich auf einer Amateurplattform an, um dort erotische Bilder kostenpflichtig anzubieten. Eigentlich nichts dabei, dachte sie, bei ein wenig „Softcore“ kann nichts passieren. Ein Pornodarsteller kontaktierte die Frau daraufhin und legte ihr einen Dreh bei einem bekannten Produzenten nahe. Wie es dann weiter ging schildert die Doku, sowie der verlinkte Artikel unten.

 

 

Geködert und manipuliert: Deutsche Porno-Aussteigerin packt zur Branche aus

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Menschenhandel – Und die Justiz?

Zwei Fallbeispiele

  • Kranke Bettler und geständige Unschuldige

Ein 38-Jähriger und sein Vater sollen Bulgaren Jobs in Wien versprochen und sie hier ausgebeutet haben. Sie leugnen und bekennen sich vor Gericht dennoch schuldig.

Quelle: Michael Möseneder im STANDARD vom Menschenhandelsprozess

 

  • Verkaufte Roma-Kinder, Rumäniens Justiz bleibt untätig

Für die rumänische Staatsanwaltschaft schien der Fall der mutmaßlichen Anführer eines Kinderhandelsrings klar. Dennoch blieb eine Verurteilung  aus.

Quelle: Ani Sandu aus Ţăndărei, Tȃrgu Mureş, Bukarest und London im STANDARD vom
 
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Menschenhandel: Nicht nur Sexarbeit!

LeserInnen dieses Blogs wissen bereits, dass Menschenhandel  und Ausbeutung nicht nur auf den Rotlichtbereich beschränkt ist. Fast ebenso groß ist der „Geschäftsbereich“ der modernen Sklaverei durch „Zwangsarbeit“ in anderen Bereichen. Ob dies nun Frauen, Männer oder Kinder betrifft, sie sind Opfer und werden ausgebeutet und um ihr freies Leben betrogen.

Ludmila Bogdan ist promovierte Politikwissenschafterin an der Universität Wien. 2017 erhielt sie ein Max-Kade-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Damit forscht sie derzeit am Department für Soziologie der Universität Harvard zu den Themen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. In einem Artikel (→ siehe unten) der heutigen Ausgabe des Standard geht sie auf diese Problematik ein. Sie zeigt auf, dass sich die Opfer meist selbst gar nicht als Opfer sehen (wollen) und nicht selten ein Verständnis über Ausbeutung und Menschenhandel bei den Betroffenen fehlt. Das macht es dann jenen kriminellen Elementen, die von diesem lukrativen Geschäftsmodell ihren Profit ziehen, noch leichter genügend „Nachschubmaterial“ zu bekommen.

Abhilfe: Bildung, Bildung und Aufklärung!

Ausbeutung und Menschenhandel: Es geht nicht immer um Sexarbeit

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Moderne Sklaverei: Pflegerinnen in Österreich

Opfer „moderner Sklaverei“ – nicht irgendwo weit weg, – nein hier, vielleicht gleich nebenan! Experten bezeichnen jene Pflegerinnen aus dem Ausland, die in Österreich in der 24-Stunden-Pflege arbeiten, ganz zurecht als Opfer der modernen Sklaverei. Denn es gibt zehntausende Frauen, die hier, mitten in Österreich, unter miserabelsten Bedingungen leben und arbeiten. Sie leisten Unmenschliches und bleiben vollkommen unsichtbar. Sie sind an unfaire Verträge gefesselt, die sie nicht verstehen, und für sie gelten die arbeitsrechtlichen Errungenschaften unseres Sozialstaats nicht.

Und es ist auch kein Zufall, dass es Frauen sind, die hier so miserabel behandelt werden. Sie machen jene Arbeit, die seit jeher als „weiblich“ gilt: nämlich Pflegen, Kümmern, Trösten. Und sie entlasten damit andere Frauen, die bisher aufopferungsvoll diese Arbeit übernommen haben: Ehefrauen, Töchter, Schwiegertöchter. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, wieso über die Pflegerinnen niemand redet, nicht einmal die Feministinnen.

Darüber hinaus wurde diesen slowakischen, rumänischen, ungarischen und anderen Pflegerinnen, besser gesagt ihren Kindern, Anfang dieses Jahres sogar die Familienbeihilfe gekürzt – oder wie es so schön in der offiziellen Kommunikation der Regierung formuliert wurde, „angepasst“. Es gab keinen Aufschrei, obwohl diese Frauen mitten unter uns leben, unsere Alten und Kranken pflegen und vielleicht bald auch uns.

Weitere Informationen zu diesem Missstand finden sich in folgenden Artikeln:

Experten sehen rumänische Pflegerinnen als Opfer „moderner Sklaverei“

Pflegerin Elena und ihre stille Armee

Quelle: Der Standard v. 8.11.2019

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