Arbeitsausbeutung

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Paketzusteller – ein Sklavenjob, den jeder sieht …

Die Paketzustellung ist am „freien Markt“ fest in Händen von einigen großen Playern. DHL, UPS, DPD, GLS usw. geben hier den Ton an, doch sog. „Outsourcing“ und damit weiteres Lohndumping dur Sub-Unternehmer ist auch hier mehr oder weniger die Regel – der Stundenlohn ist vielfach bei unter 5 Euro angesiedelt. Arbeitszeiten von 55 und mehr Wochenstunden die Regel. Mit Zunahme des Onlinehandels nehmen auch die Paketzustellungen zu – und damit die Ausbeutung der hier Beschäftigten. Die Undercover-Doku zeigt die Realität aus Sicht des Zustellers:

Im zweiten Teil gibt es zwar einige Wiederholungen aus dem ersten Teil, doch kommen nun noch mehr Hintergrundinformationen zu Tage. Insbesondere das „Böse B-Wort“ = die Frage nach dem Betriebsrat, die schlußendlich zu Kündigung führt, sowie nicht umgesetzte „Verbesserungen“ geben ein grausames Bild einer boomenden Branche.

Allein nun zu sagen, dann soll man nichts im Internet bestellen, kann nicht die Lösung sein. „Consumer Action“ kann einiges bewirken, doch nur im Verein mit anderen Aktionen. Es ist insbesondere zu hinterfragen, welche Gewinnmargen hier dahinter stecken. Denn allein wenn der Service mehr für den Kunden kostet, heißt das noch lange nicht, dass sich die Situation für die „Angestellten“ verbessert. Insbesondere die Anwendung bzw. Zulassung von Subunternehmen ist in Frage zustellen und unter welchen Bedingungen für die Arbeitnehmer sie ihre Dienste anbieten. Solange einzig und allein der Gewinn, und damit das Auspressen des Arbeitnehmers, als oberste Maxime gilt, wird sich wenig ändern – egal ob wir nun Schokolade, Zitronen, Gurken oder Elektronik, Bücher oder sonst etwas kaufen. Die Wirkliche Schuld liegt am System und diese kann nur durch politisches Handeln geändert werden. Dazu braucht es ausreichend Druck aus der Gesellschaft!

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Modern Slavery – Europa schaut zu

Das moderne Sklaverei in Europa weiter verbreitet ist als vielfach angeneommen, dieser Wahrheit ist die investigative Nachrichtenschiene von ARTE nachgegangen und hat folgenden Beitrag recherchiert:

In der zweiten Geschichte der Doku geht es um den Einsatz von Chemie auf den Feldern Europa’s. Auch hier sind die modernen Lohnsklaven oft ganz nahe am Geschehen mit entsprechenden Auswirkungen auf ihre Gesundheit.

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Arbeitssklaven – harte Arbeit zum fast Nulltarif

Die Reportage des SWR geht der Frage nach, wie sog. neue Arbeitsmodelle das sozialstaatliche Gefüge in Europa unterwandert und zu immer mehr prekären Arbeistverhältnissen führt. Die ständige Unsicherheit, zwölf und mehr Stunden Arbeitstag auf der einen Seite, schlechteste bis teilweise keine Bezahlung auf der anderen Seite führen zu entsetzlichen Zuständen. Aber auch zu psychischen Krankheiten und „Burnout-Syndrom“.

Die Frage stellt sich, welche Zukunft wird damit verfolgt? Wem nützen die Lohndifferenzen, wem die Absage an die Wertarbeit?

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Smart & schmutzig – Die Kehrseite des Handygeschäftes

Fast jeder hat eines, viele nutzen es täglich, manche können ohne es nicht mehr leben. Wir reden von Handys und Smartphones. Was für die Einen einen großer Fortschritt im täglichen Leben bedeutet, hat für Andere  eine bittere Kehrseite. Insbesondere trifft dies auf Menschen zu, in denen diese elektronischen Helfer hergestellt werden – auch mittels Kinderarbeit und manchmal unter sklavenähnlichen Zuständen. Dafür ist der Gewinn für die Firmen atemberaubend und der Kunde ist gerne bereit, für seine Begierde und sein Image mehrere hundert Euro oder Dollar auf den Ladentisch zu legen. Davon sehen die Menschen, die in der Herstellung arbeiten, so gut wie nichts. Die Doku „Smart und schmutzig“ geht dem fragwürdigen Geschäft mit den Handys nach.

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Sklavenarbeit in Niederösterreich – heute…?

Ja, leider, die gibt‘s wirklich!!! Wie der Fall einer Erntehelferin zeigt, ist diese durch lange Arbeitszeiten, zu wenig Lohn und eine unwürdige Unterkunft gekennzeichnet. Nun erhebt die Erntearbeiterin schwere Vorwürfe gegen ihren Arbeitgeber. Wie jedes Jahr kommen Menschen aus verschiedenen Ländern, wie etwa der Slowakei, Bulgarien und Rumänien, um auf den feldern Niederösterreichs bei der Ernte zu helfen und sich so ihren Lebensunterhalt im Heimatland zu verdienen. Wie die Verhältnisse dieser modernen Sklaven bei uns sind, schildert die Erntehelferin in einem Artikel im Standard. Das Bild und Videomaterial sagt dabei mehr als die berühmten tausend Worte: an den Wänden Schimmel, Geschirr, Kochtöpfe und Wasserflaschen liegen herum. Kleidungsstücke quellen aus den Kästen, hängen auf den Betten, sind auf den Sesseln drapiert. Im ohnehin viel zu kleinen Raum stehen außerdem noch zwei Kühlschränke. An erholsamen Schlaf nach schwerer Arbeit also kaum zu denken.

Ja – kontrolliert denn das niemand, das kann doch bei uns in Mitteleuropa nicht möglich sein, sagen die meisten Leute. Doch, denn die zuständige Kontrollinstanz für landwirtschaftliche Betriebe in Niederösterreich, die Landwirtschafts- und Forstinspektion, zeigt in ihrem Tätigkeitsbericht aus dem Jahr 2016 411 sogenannte Betriebsstätten-Übertretungen auf, wobei 15 davon das Arbeitsvertragsrecht betrafen. Jeweils eine Beanstandung galt dem Thema „Entgelt und Urlaub“ und dem Thema „Dienstvertrag“, fünf Beschwerden gab es zu Unterkünften und acht hinsichtlich der Aufzeichnungspflichten. Die Behörde erteilte in allen 411 Fällen Aufträge zur Herstellung des rechtmäßigen Zustands. Doch in keinem einzigen Fall wurde von der Behörde ein Sofortbescheid, ein Strafantrag oder eine Strafanzeige veranlasst. Zum gegenständlichen Fall will sich die Inspektion jetzt nicht äußern.

Doch ist es nur die Behörde, die hier ihrer Pflicht zu wenig nachgekommen ist? Liegt es nicht vielleicht auch an unserer generellen Einstellung, über die Gewinnmaximierung und -optimierung darauf zu vergessen bzw. einfach zu übersehen, dass dadurch Menschen ausgebeutet, erniedrigt und in unwürdige Zustände gepresst werden? Ist es wirklich notwenidig, das solche Zustände heute noch, hier ganz in der Nähe, passieren?

Quelle: Der Standard 30.11.2017

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