Arbeitsausbeutung

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Befreiung 100

Der ukrainischen Polizei ist es gelungen, knapp 100 Menschen aus moderner Sklavenarbeit zu befreien. „Die Opfer hatten über mehrere Jahre lang täglich bis zu 13 Stunden ohne Entlohnung auf Feldern eines landwirtschaftlichen Betriebes nahe Odessa gearbeitet.“, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Angeworben wurden die Ukrainer aus allen Teilen der Ex-Sowjetrepublik, etwa auf Bahnhöfen und Busterminals. Versprochen wurde ihnen ein Tageslohn von umgerechnet 15 Euro, sowie freie Kost und Unterkunft. Nach deren Einverständnis zur Arbeit, seien ihnen in weiter Folge K.O. -Tropfen verabreicht worden, um ihnen heimlich Dokumente und Telefone abzunehmen. Mehr als ein Dutzend Verdächtige wurden bei einem Anwerbeversuch in Kiew festgenommen. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft. Zudem wurden Autos, Waffen und Bargeld im Wert von rund 30.000 Euro sichergestellt.

Quelle: APA vom 13.11.2018

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Digitalisierung: Clickworker

Viel wird derzeit von „Digitalisierung“ der Arbeitswelt gesprochen und wie wichtig dies für die Zukunft ist. Doch was ist es wirklich, was hier auf die Arbeitnehmer zukommt? Einige Beispiele für diese neue Arbeitswelt gibt es schon heute, doch die Wahrheit dahinter sind oft prekäre Arbeitsverhältnisse und Formen, die teilweise moderne Sklaverei sind. Insbesondere dort wo es sich um sog. „zero-hours contracts” handelt, ist die Gefahr groß, in Abhängigkeiten zu geraten, die keinen Ausweg aus der Armut zulassen. Zur Erklärung: Ein Null-Stunden-Vertrag (englisch zero-hours contract) ist ein Vertrag, bei dem die Parteien vereinbaren, dass die eine Partei Dienste für die andere Partei erbringt und dafür eine Vergütung erhält. Die Besonderheit besteht darin, dass vertraglich eine Mindestbeschäftigungszeit von null Stunden festgelegt wird. Der Dienstverpflichtete soll nur dann tätig werden, wenn der Dienstberechtigte einen entsprechenden Bedarf an der Dienstleistung hat.1

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Folgenschwerer Unfall …

Zwölf Menschen sind bei einem Zusammenstoß eines Lastwagens mit einem Transporter in der süditalienischen Provinz Foggia ums Leben gekommen. Alle Opfer sind ausländische dunkelfarbige Feldarbeiter, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa nach dem Unfall am Montagnachmittag unter Berufung auf die Polizei berichtete. Die Migranten seien in dem Transporter von Feldern zurückgekehrt, auf denen sie Tomaten gepflückt hatten. Die zwei übrigen Insassen des Transporters und der Fahrer des Lastwagens wurden verletzt. Sie waren laut Ansa nicht in Lebensgefahr.

Das Thema der Migrantenausbeutung in der Landwirtschaft sorgt in Italien nach dem Tod von 16 afrikanischen Saisonarbeitern im süditalienischen Apulien für heftige Diskussionen.

Tausende afrikanische Saisonarbeiter werden schwarz auf den Gemüsefeldern in Süditalien eingesetzt. Sie arbeiten für einen Hungerlohn von 30 Euro pro Tag, berichteten die italienischen Medien. Auch für die Transportkosten von den Barackensiedlungen, in denen sie leben, bis zu den Feldern müssen sie selbst aufkommen. In einem Kleinbus eingepfercht waren eben am Montag die 12 afrikanischen Migranten nahe Foggia verunglückt. Das Fahrzeug war gegen einen Bus geprallt.

Zu einem ähnlichen Unfall war es am Samstag unweit von Foggia gekommen. Dabei waren vier Saisonarbeiter ums Leben gekommen. Gewerkschaften und Vereinigungen zur Unterstützung der Arbeiter verlangen seit Jahren ein System öffentlicher Verkehrsmittel in der Haupterntesaison und mehr Rechte für die modernen Sklaven. EIn Unfall, der vielleicht weitere Folgen nach ziehen könnte und einmal mehr den öffentlichen Focus auf das weitverbreietete Sklavenhaltersystem in Südeuropa richtet.

Quelle: Der Standard, FAZ

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Der Tod eines Maliers lässt tief blicken …

Der gewaltsame Tod eines Maliers in Italiens Süden bringt die prekäre Lage der Erntehelfer erneut ans Licht. Sie haben meist nur das, was sie am Leib tragen, schlafen in Baracken aus Karton, Wellblech und alten Kunststoffsäcken. Beim Sammeln von Material für eben eine dieser Baracken wurde der Somalier Soumaila Sacko erschossen. Die Kugel, die ihn am Kopf traf und sofort tötete, wurde aus über sechzig Metern Entfernung abgeschossen. Ein weiterer Sammler wurde am Bein verletzt. Das Ganze geschah in der Nähe einer verlassenen Ziegelei bei San Calogero in Kalabrien.

Sacko kam vor acht Jahren nach Italien und verfügte über eine reguläre Aufenthaltsgenehmigung. Meist arbeitete als Erntehelfer in der Gegend um die Kleinstadt Gioia Tauro, zwischen den Provinzen Reggio Calabria und Vibo Valentia. Neben der Arbeit engagierte er sich in der Gewerkschaft „Unione Sindacale di Base“ (USB) für die Rechte der Erntehelfer der Region. Was so schön als Tagelöhner bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit eine Form moderner Sklaverei. Sich dagegen zu engagieren kann in einigen Gegenden gefährlich werden. So ist es nicht verwunderlich, dass zuerst von einem Mafiamord ausgegangen wurde. Doch das Warum ist weiterhin ungeklärt. Zwar wird die Gegend von der „Ndrangheta“ kontrolliert, doch auch eine Racheaktion aufgrund des Diebstahls des Blechs, ist nicht ganz auszuschließen. Und dann bleibt noch die Rassismusfrage.

Im Moment ermittelt die Polizei gegen einen lokalen Bauern, der mit den früheren Besitzern der Ziegelei verwandt sein soll, so die Tageszeitung „La Repubblica“. Diesersoll keine direkte Verbindung mit der Mafia aufweisen. Die Fabrik war geschlossen worden, weil dort 135.000 Tonnen Giftmüll entdeckt wurden. Weiterlesen

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Paketzusteller – ein Sklavenjob, den jeder sieht …

Die Paketzustellung ist am „freien Markt“ fest in Händen von einigen großen Playern. DHL, UPS, DPD, GLS usw. geben hier den Ton an, doch sog. „Outsourcing“ und damit weiteres Lohndumping dur Sub-Unternehmer ist auch hier mehr oder weniger die Regel – der Stundenlohn ist vielfach bei unter 5 Euro angesiedelt. Arbeitszeiten von 55 und mehr Wochenstunden die Regel. Mit Zunahme des Onlinehandels nehmen auch die Paketzustellungen zu – und damit die Ausbeutung der hier Beschäftigten. Die Undercover-Doku zeigt die Realität aus Sicht des Zustellers:

Im zweiten Teil gibt es zwar einige Wiederholungen aus dem ersten Teil, doch kommen nun noch mehr Hintergrundinformationen zu Tage. Insbesondere das „Böse B-Wort“ = die Frage nach dem Betriebsrat, die schlußendlich zu Kündigung führt, sowie nicht umgesetzte „Verbesserungen“ geben ein grausames Bild einer boomenden Branche.

Allein nun zu sagen, dann soll man nichts im Internet bestellen, kann nicht die Lösung sein. „Consumer Action“ kann einiges bewirken, doch nur im Verein mit anderen Aktionen. Es ist insbesondere zu hinterfragen, welche Gewinnmargen hier dahinter stecken. Denn allein wenn der Service mehr für den Kunden kostet, heißt das noch lange nicht, dass sich die Situation für die „Angestellten“ verbessert. Insbesondere die Anwendung bzw. Zulassung von Subunternehmen ist in Frage zustellen und unter welchen Bedingungen für die Arbeitnehmer sie ihre Dienste anbieten. Solange einzig und allein der Gewinn, und damit das Auspressen des Arbeitnehmers, als oberste Maxime gilt, wird sich wenig ändern – egal ob wir nun Schokolade, Zitronen, Gurken oder Elektronik, Bücher oder sonst etwas kaufen. Die Wirkliche Schuld liegt am System und diese kann nur durch politisches Handeln geändert werden. Dazu braucht es ausreichend Druck aus der Gesellschaft!

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